Umfrage: Kärntner klar gegen Neuwahlen und Rücktritte

In Kärnten soll nach dem Geständnis des Steuerberaters Dietrich Birnbacher und dem Rücktritt von VP-Obmann Josef Martinz neu gewählt werden. So fordern es zumindest SPÖ, ÖVP und Grüne, während die Freiheitlichen dies verhindern wollen. Die FPK steht damit – auch wenn politische Beobachter aus der Bundeshauptstadt dies nicht glauben wollen – an der Seite der Bevölkerung. Denn auch die Menschen in Kärnten wollen keinen vorgezogenen Urnengang, wie eine aktuelle Umfrage des Humaninstituts zeigt.

„Die von den Medien und Meinungsforschern außerhalb von Kärnten projizierten Bilder passen den Kärntnern und Kärntnerinnen nicht. Die Kärntner Seele ist wesentlich sensibler und differenzierter, als so manche außenstehende Experten und Politiker glauben. Zurufe und augenscheinlich politisch motivierte Empfehlungen stoßen bei der Mehrheit der Kärntner und Kärntnerinnen auf Abwehr“, fassen die Studienautoren das Ergebnis der Befragungen zusammen, das genau in jener Zeit erhoben wurde, als in Kärnten die Wogen am höchsten gingen. Von 23. Bis 27. Juli wurden 650 Personen befragt.

Arbeiten und aufklären statt Neuwahlen

Verblüffende 68 Prozent sprechen sich gegen Neuwahlen aus aktuellem Anlass aus, nur 23 Prozent sind dafür, 9 Prozent sind unentschlossen. Entsprechend können die Kärntner auch die medial transportierten Rücktrittsaufforderungen nicht nachvollziehen und halten sie zu 48 Prozent für interessen-gesteuert und zu 9 Prozent für unpassend. Nur für 25 Prozent ist der Ruf nach personellen Konsequenzen gerechtfertigt. Auf die mit mehreren Aussagen zu beantwortende Frage „Was erwarten Sie sich von der Kärntner Politik?“ bleibt der Ruf nach personellen Konsequenzen mit 34 Prozent ebenfalls klar in der Minderheit, während 95 Prozent verlangen, die Politik solle „für das Land arbeiten“ und 82 Prozent für eine „transparente Aufklärung“ sind.

Auch wenn die bundesweite Medienlandschaft applaudiert: Die Kärntner halten von der Strategie und vom Verhalten der Landtags-Opposition aus SPÖ und Grünen wenig. 29 Prozent meinen, das bewirke gar nichts. Gar 46 Prozent sind der Ansicht, der von ihnen ausgeübte Druck bewirke gar das Gegenteil. Nur 25 Prozent sind der Ansicht, dass die Linksparteien „politstrategisch klug“ unterwegs sind.

„Kärntner Seele“ aus Wien nicht beeinflussbar

Die Umfrage des Humaninstituts liefert nicht nur ein interessantes Stimmungsbild der „Kärntner Seele“, sondern könnte auch bei so manchem die Neuwahl-Euphorie verdrängen. Es wäre nicht das erste Mal, dass in Kärnten genau so gewählt wird, wie man es in Wien nicht für möglich halten würde.

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