Großbritannien lässt seine Atomwaffen von Privatfirma sichern

Jene Nationen, die noch mit Atomsprengkörpern bewaffnet sind, wissen offenbar nicht recht, was sie damit anfangen sollen. Das britische Verteidigungsministerium hat daher einen zweifelhaften Vertrag geschlossen: Die Lagerung und Sicherung der in Schottland gelagerten Sprengköpfe wird nun an eine private Sicherheitsfirma ausgelagert.

Im Rahmen des Abkommens werden um die 150 Arbeitsplätze an die ABL Alliance übertragen. Das Verteidigungsministerium beschreibt die Entscheidung als "natürliche Erweiterung der aktuellen Rolle [des Unternehmens] in der Unterstützung unserer nuklearen Sprengköpfe". Ein Teil der ABL Alliance leitet bereits das "Atomic Weapons Establishment" in Berkshire, wo Atomwaffen entworfen und auf neuestem Stand gehalten werden, wie der Guardian in seiner Online-Ausgabe schreibt.

Die Tendenz des Verteidigungsministeriums, mehr und mehr Kompetenzen auszulagern, stößt auf Widerstand: Ein Sicherheits-Thinktank bezeichnet die Privatisierung der Versorgung der Armee mit Nuklearwaffen als nicht durchdacht und möglicherweise gefährlich für britische Truppen: "Die Geschichte ist voll von Outsourcing-Deals, die eine oder beide Parteien am Ende beschränkend und/oder praktisch aufwändiger finden", so das Royal United Service Institute (RUSI), ein unabhängiges Forschungsinstitut, das sich mit Fragen der nationalen und internationalen Sicherheit befasst. Der Outsourcing-Plan leide an einer inhärenten Schwäche: Weil die Regierung keine guten Verträge mit Privatfirmen aushandeln könne, schließe sie einen noch größeren Vertrag mit einer Privatfirma, um die Verhandlungen zu delegieren. "Gegen diese Logik müssen überzeugende Argumente eingesetzt werden", heißt es in dem RUSI-Bericht.

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