Griechen können sich Bestechungsgelder nicht mehr leisten

In Griechenland wird es für die Bürger immer schwieriger, die dort regelmäßig erwarteten Schmiergelder an Beamte zu zahlen. Die Einnahmen aus Bestechung sinken unter dem Druck der anhaltenden Rezession. Die diskreten, mit Geld gefüllten Umschläge – in Griechenland "Fakelaki" genannt -, mit denen Bestechungsgelder üblicherweise gezahlt werden, können sich die Griechen nicht mehr leisten.

"Es gibt keine ernsthafte Korruption mehr. Es gibt einfach kein Geld für großangelegte Verbrechen", sagte der für den jährlichen Korruptionsberichtverantwortliche Leandros Rakintzis der Zeitung Proto Thema. Jedoch dämme die Krise an sich die Korruption nicht ein, die Preise der bestechlichen Beamten seien lediglich gesunken.

Steuerbescheid ohne Unterlagen

In dem Korruptionsbericht scheinen der Gesundheitssektor und die Steuerbehörden als korrupteste Bereiche der griechischen Verwaltung auf. Untersucht wurden 1.403 Fälle von Korruption. Am häufigsten ist Bestechung beim Fiskus und unter hochrangigen Beamten, welche bereits mehrere Jahre im Dienst sind. In einem Fall, den der Bericht nennt, stellte eine Steuerbeamtin ihrem Verlobten einen einwandfreien Steuerbescheid aus, obwohl dieser gar keine Unterlagen eingereicht hatte und Rückstände von 178.863 Euro offen waren.

Auf Inseln werden kaum Steuern bezahlt

Der Bericht lässt einen langen und steinigen Weg im Kampf gegen die Korruption in Griechenland erwarten: "Der Kampf ist nicht einfach, sondern lang, schwierig und schmerzhaft und erfordert nachhaltigen politischen Willen, weil es viele Hürden zu beseitigen gibt", so Rakintzis. Besonders ausgeprägt ist der Steuerbetrug auf manchen griechischen Inseln. Spitzenreiter sind Zakynthos und Lefkada.

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