„Nazi-Skandal“ um Ruderin war linke Antifa-Ente

Der in den letzten Tagen in Deutschland in hysterische Höhen getriebene „Nazi-Skandal“ um die Ruderin Nadja Drygalla war offenbar eine Ente aus der Feder linksextremer Antifa-Journalisten. Etwas mehr als zwei Tage nach ihrer Abreise aus dem Olympischen Dorf in London stellte sich die junge Sportlerin mit verweinten Augen der Deutschen Presseagentur. Dabei distanzierte sie sich nicht nur selbst von jeglichem Rechtsextremismus, sondern gab auch bekannt, dass sich ihr Freund bereits vor drei Monaten aus dieser Szene zurückgezogen habe.

Anders als die „Enthüllungen“ über die Rostocker Sportlerin wollen die Medien die Entwarnung freilich nicht unüberprüft zur Kenntnis nehmen. Erst müssen umfangreiche „Ermittlungen“ stattfinden, die der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, Kaidel, in Aussicht stellen darf. Diese Ermittlungen würden dann darüber entscheiden, ob sie eine „zweite Chance“ erhält oder ob bereits die erste Denunziation durch Linksextremisten den erwünschten Erfolg, nämlich das Karriereende Drygallas, nach sich ziehen wird. Selbstverständlich wollen auch alle am Rande zuständigen Politiker möglichst lange, intensiv und öffentlich über die Sache weiterreden.

Drygalla kritisiert Medien als unfair

Zum Erstaunen, wohl auch zum Missfallen der Jagdgesellschaft wirkt Nadja Drygalla nicht gebrochen. Sie klärt über ihre Distanz zum Rechtsextremismus auf, weist Verdächtigungen von sich, wonach sie selbst an einschlägigen Demonstrationen teilgenommen habe, und teilt mit, dass auch ihr Freund sich im Mai aus der Szene entfernt habe und aus der NPD ausgetreten sei. „Ich empfinde das als unfair und ungerechtfertigt“, sagt Drygalla. Die Entrüstung über diesen Satz ist den Medien anzumerken, die ihn zitieren. Die freche Nazi-Göre hat sich zu verteidigen, aber dabei nicht die Speerspitzen des grundgesetztreuen Journalismus anzugreifen. Der Charakter der Gesinnungswächter ist nicht zu hinterfragen.

Während die meisten Medien in ihrer Selbstgerechtigkeit keinen Gedanken daran verschwenden, ob ihr hyperventilierendes Geschreibsel angemessen war, mischt sich nach erfolgter Selbstentlastung – also an sich ohnehin zu spät – auch der eine oder andere kritische Ton in die Debatte. Matthias Matussek findet im Spiegel einige recht treffende Formulierungen für seine missratenen Zunftkollegen:

Wieder einmal haben sich TV-Moderatoren und Kolumnisten in einem publizistischen Rudel zusammengefunden, um gratismutig und wohlstandssicher (und selbstverständlich 80 Jahre zu spät) Hitler zu verhindern und Nazis zu jagen. […]

Es macht uns offenbar total verrückt, dass dieser Winkel ihres Herzens unseren Rasterfahndungen verborgen bleibt. Sind wir noch zu retten?
Offenbar nicht. Petra Pau von den Linken erbost sich darüber, dass diese verdächtige Ruderin "von Behörden und Organisationen zur Olympia-Reife gefördert und in das deutsche Vorzeige-Team berufen" wurde. Früher hätte es das nicht gegeben, möchte man ergänzend rufen. Und dabei gar nicht an den BdM denken, sondern an die DDR-Sportförderung, die Petra Pau gut kennen sollte, die Kaderschmieden der DDR, wo sich die Gesinnungsschnüffelei selbstverständlich auf Verwandte und Freunde erstreckte. […]

Die Gedanken sind frei. Außer bei Sportlern? Müssen wir Journalisten, ausgerechnet wir, die wir vom freien Wort, vom freien Gedanken, von der freien Meinung leben, uns nicht krümmen vor Empörung in solchen gleichgeschalteten ideologischen Einheitsstürmen? Sollen wir künftig syrische Sportler nach ihrer "ritterlichen Gesinnung" befragen, etwa danach, wie sie es mit Assad halten? Saudi-arabische Judokas, ob sie von einem Gottesstaat träumen?

Dem ist wenig hinzuzufügen, mit einer Ausnahme: Die überwiegende Mehrheit der Journalisten lebt nicht von der freien, sondern von der gleichen Meinung – wie Matussek auch für diesen Fall nachweisen konnte.

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