Frankreichs Sozialisten lassen Roma nach Rumänien abschieben

In Frankreich ist ein neuer Konflikt über den Umgang mit illegal eingewanderten Roma-Familien ausgebrochen. Während die Sozialisten unter ihrem Präsidenten Hollande im vergangenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlkampf noch gegen die Abschiebepraxis der Regierung Sarkozy gegen Roma polemisierten, sind sie nun selbst gezwungen, gegen diese Zuwanderer aus den EU-Oststaaten sicherheitspolizeilich vorzugehen. Vor allem sozialistisch verwaltete Kommunen wie etwa die Stadt Lille wollen die Roma-Familien loswerden.

Sozialistisches Lille schiebt hunderte Roma ab

Am Donnerstag räumte die französische Polizei in einer Vorortgemeinde der Stadt Lille zwei Roma-Lager. Rund 200 Menschen wurden aus ihren illegal aufgestellten Wohnwagen vertrieben. Die nordfranzösische Stadt wird von der Parteichefin der Sozialisten, Martine Aubry, regiert, die sich durch den wachsenden Protest der Bevölkerung gezwungen sah, gegen die lagernden Roma vorzugehen. Kritik von linken Gruppen an den Sicherheitsbehörden prallt an den verantwortlichen Politikern aus dem roten Lager ab.

Razzien gegen Roma quer durch Frankreich

In den vergangen Wochen wurden auch Razzien gegen Roma in den Städten Paris und Lyon vorgenommen. Mehrere Hundert eingewanderte Roma ohne gültige Papiere wurden zum Verlassen ihrer Wohnungen veranlasst,  allein 240 Roma wurden diese Woche von Lyon nach Rumänien ausgeflogen. Politisch verantwortlich dafür zeichnet der sozialistische Innenminister Manuel Valls. Er verteidigt die jüngsten Abschiebungen als legal und notwendig, da die provisorische Unterbringung hunderter Menschen in Wohnwagensiedlungen ein gesundheitspolitisches Risiko darstelle. „Unhygienische Camps sind nicht hinnehmbar. Die Spannungen waren untragbar geworden“, argumentierte Valls, zumal sich auch die ursprünglichen Einwohner in den betroffenen Gebieten von den Roma belästig fühlen.

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