Radgarage: Schüler werden von Wiener Linien weiterhin abgecasht

Die eine Hand weiß nicht, was die andere tut. Nirgends passt dieser Satz so gut wie bei der Radgarage in Wien-Hietzing. Dort narrt man die Schüler mit dem Preis für die Jahreskarte. Diese sollte wie auch für Studenten gratis sein, nachdem Unzensuriert.at im Mai dieses Jahres die Ungleichbehandlung aufgedeckt hatte. Doch die Dame am Schalter der Wiener Linien, die den Jahreskarten-Verkauf managt, weiß davon nichts. Dabei hat derBetreiber der Radgarage, WIPARK, das Gratis-Parken für Schüler vor Ort sogar klar sichtbar affichiert.

Der HTL-Schüler Richard R. staunte jedenfalls nicht schlecht, als er für die Jahreskarte zur Kasse gebeten wurde. Auch als er die nette Dame am Schalter der Wiener Linien auf das Schild aufmerksam machte, auf dem eindeutig zu lesen ist, dass Schüler ihr Fahrrad in der Radgarage gratis abstellen dürfen, verlangte die 29 Euro von ihm. Der Schüler bezahlte, nachdem es der Mitarbeiterin durch Telefonanrufe beim Garagenbetreiber WIPARK und bei den Wiener Linien nicht gelungen war, die Situation zu klären.

Richard R. informierte daraufhin die Redaktion von Unzensuriert.at, die im Mai berichtet hatte, dass nun nicht nur Studenten, sondern auch Schüler die Fahrrad-Garage gratis benützen dürfen. Verwundert riefen wir also beim Betreiber WIPARK an, dessen Betriebsleiter uns diese Information damals gegeben hatte. Doch dieser ist auf Urlaub, weshalb die Dame am Telefon bei ihrem Chef nachfragte und uns schließlich die erfreuliche Nachricht übermittelte, dass Schüler tatsächlich nichts bezahlen müssen. Man werde die Wiener Linien umgehend davon informieren und danach einen Weg suchen, wie dieser Schüler das Geld zurückbekäme.

Pressemann der Wiener Linien meldete sich aus der Karenz

Gut für Richard R.. Doch wie viele Schüler haben die Wiener Linien bis dato unrechtmäßig abgezockt? Schon im Mai interessierte man sich in der verantwortlichen Firmenleitung nicht im Geringsten für die Angelegenheit. Der eigentlich karenzierte Pressesprecher Answer Lang ließ in gewohnter Überheblichkeit wissen:

Ich ersuche abermals um Verständnis, dass wir als öffentliche Einrichtung weiterhin nicht mit rechtsextremen Institutionen zusammenarbeiten können. Grundsätzlich rate ich Ihnen jedoch dazu, Anfragen nicht an beliebige sondern an jene Stellen zu richten, in deren Zuständigkeitsbereich die von Ihnen aufgebrachten Themen fallen.

Lang meinte den Betreiber der Radgarage in Hietzing, WIPARK. Doch an dem lag und liegt es auch heute nicht, teilte er doch mit, dass „die Schüler ihr Gratis-Abstellticket für die Radgarage nach Vorweis ihres Schülerausweises beim Verkaufsschalter der Wiener Linien direkt bei der U-Bahn-Station Kennedybrücke bekommen“. Zusätzlich wurde beim Eingang der Radgarage ein Aushang angebracht, der auf diesen Umstand klar hinweist. Wer davon nichts weiß, sind bis heute die Wiener Linien und ihre Angestellten vor Ort.

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