Israel sperrt Zuwandererkinder ins Gefängnis

Afrikanische Kinder, die von ihren Eltern nach Israel gebracht werden, werden nun in ein Erwachsenengefängnis, das Givon Prison in der Stadt Ramla, gesperrt. Dies obwohl 2011 der israelische Oberste Gerichtshof beschloss, dass Kinder nicht in Gefängnissen untergebracht werden dürfen. Israel einer von vielen Staaten, die die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben haben und somit verpflichtet sind, Personen unter 18 Jahren das Recht zu geben, in einer sicheren Umgebung ohne jegliche Beeinträchtigungen zu leben.

Daher verwundert es, dass Kinder mit Migrationshintergrund vorsichtshalber in ein Gefängnis gesperrt werden, um eine mögliche Flucht zu unterbinden. Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, war das Entkommen von sechs Jugendlichen aus einer Jugendanstalt vor zwei Wochen der Auslöser für die Verlegung der jungen Menschen.

Auch Kinder aus Palästina betroffen

Es ist nicht das erste Mal, dass Kinder in Israel in Erwachsenen-Gefängnissen gehalten werden. Immer wieder werden palästinensische Kinder zusammen mit Erwachsenen in Militärgefängnissen eingesperrt, obwohl zahlreiche Organisationen wie Defence for Children International (DCI) und israelische Gerichte diese Praxis für gesetzeswidrig halten. Laut Haaretz sind davon aktuell mehrere hundert Kinder betroffen.

Die Zeitung konstatiert zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Israel und geht daher davon aus, dass die Zuwandererkinder aus Afrika dasselbe Schicksal wie die Palästinenserkinder erleiden müssen, „sollten die staatlichen Strukturen nicht bald die Menschenrechte für alle unterstützen, nicht bloß für jüdische Israelis“.

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