Drogenflieger mit 1,4 Tonnen Koks und einer wilden Geschichte

In der Nacht auf Sonntag hob ein aus Trinidad eingereistes Flugzeug vom Typ Bombardier BD-700 mit der maltesischen Zulassung 9H-FED ohne Starterlaubnis um 2.26 Uhr vom geschlossenen Flughafen Arturo Michelena im Zentrum von Valencia in Venezuela ab. An Bord befanden sich 3 Personen, die angeblich 1.400 Kilo hochreines Kokain in ca. 50-Kilo-Ballen als Fracht mit sich führten, welche mit dem Emblem des Roten Kreuzes markiert waren.  In den frühen Morgenstunden wurde die Besatzung über Gran Canaria zur Landung gezwungen.

Bei der Flugzeugbesatzung handelt es sich um eine Co-Pilotin oder Stewardess aus Österreich, bestätigt durch das österreichische Außenministerium, sowie um zwei vermutlich deutsche Piloten, wobei die kanarischen Polizeibeamten vorerst keine Angaben zur Herkunft der Besatzung machten. Die verhafteten Besatzungsmitglieder behaupten, dass sie in Venezuela von schwer bewaffneten und maskierten Männern entführt worden seien. Man habe ihnen gedroht, ihre Familien zu töten, wenn das mit Kokain beladene Flugzeug nicht nach Benin (Westafrika) käme. Die zuständigen Polizeibeamten in Las Palmas halten diese Aussagen für sehr unwahrscheinlich, da  bis heute kein Fall bekannt sei, in dem verbrecherische Organisationen Drogentransporte fremden Menschen überlassen hätten. Die Österreicherin bleibt daher für zumindest einen Monat in Untersuchungshaft.

Weitere Festnahmen in Venezuela

Aktuellen Angaben von Zeitungen in Venezuela zufolge wurden weitere 28 Menschen, darunter einige Nationalgardisten festgenommen, die unter Verdacht stehen, am Diebstahl bzw. der Entführung des Flugzeugs beteiligt gewesen zu sein. Genauere Informationen über das Thema werden noch von der spanischen Polizei und den Behörden in Venezuela zurückgehalten.  Der Vorfall ist für Venezuela insofern blamabel, als zwischen dem unerlaubten Abflug (2.26 Uhr) und dem Verlassen des venezolanischen Luftraums (3.41 Uhr) mehr als eine Stunde verging, ohne dass die Luftabwehr aktiv wurde.

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