ORF-Sommergespräch: Glawischnig ohne Ecken und Kanten

Zu einem konturenlosen Kaffeeplausch geriet das zweite ORF-Sommergespräch zwischen Redakteur Armin Wolf und der Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig. Obwohl der Bogen vom stramm konservativen Elternhaus am Kärntner Millstättersee bis hin zu einer angestrebten Regierungsbeteiligung reichte, waren die Antworten der Grünen Spitzenfrau ausweichend und indifferent. Klare Worte zum Grünen Eurokurs oder zukünftigen Wahlchancen blieben aus. Und bei der direkten Demokratie, möchte die Grüne Bundessprecherin nur über Fragen abstimmen lassen, die den Grünen auch ins Konzept passen. Das Ertapptwerden beim Schnellfahren auf ihrer Sommertour kostete viel Gesprächszeit. Dafür wollte Glawischnig von Van der Bellens Homepageaffäre noch nichts gehört haben und rettete sich so zum nächsten Thema

Peinlich betroffen von eigener familiärer Herkunft

Als in einem eingespielten Beitrag der Fokus auf Glawischnigs stramm konservatives Elternhaus gelegt wurde, gab sich die Grüne Bundessprecherin peinlich berührt. Ob die Eltern früher selbst freiheitlich gewählt hätten, könne sie nicht bestätigen, da über solche Sachen nicht gesprochen worden sei. Dafür habe sie sich in Fragen „des Deutschnationalismus“ und beim Ortstafelkonflikt klar gegen die elterliche Meinung positioniert. Zum eingespielten Bild als jugendliche Hackbrettspielerin verschlug es ihr vollständig die Sprache.

Regierungsbeteiligung bleibt Ziel der Grünen

Glawischnig begeisterte sich einmal mehr für eine Grüne Regierungsbeteiligung. Dass sie dieses Ziel bereits im Jahre 1999 zum ersten Mal formuliert hatte, ohne ihm auf Bundesebene auch nur einen Schritt näher gekommen zu sein, tat dem keinen Abbruch. Auch zu den mangelnden Wahlerfolgen seit der Übernahme der Grünen Obmannschaft 2008 durch ihre Person war Glawischnig wenig zu entlocken.

Direkte Demokratie nur bei Themen, die den Grünen passen

Angesprochen auf die liebe Not der Wiener Grünen mit dem Parkpickerl und der direkten Demokratie, verstieg sich Glawischnig völlig in linke Dialektik. Heraus kam, dass die Grünen nur für direktdemokratische Mitbestimmung sind, wenn ihnen Thema und zu erwartendes Ergebnis auch tatsächlich passen. Beim Thema der Grünen Regierungsbeteiligung in Wien setzte sich die selektive Wahrnehmung fort, indem Glawischnig von der „Homepageaffäre“ Alexander Van der Bellens als Universitätsbeauftragter noch nicht gehört haben wollte.

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