Pussy Riot – Schachfigur der USA gegen Putin?

Die westlichen Medien – und mit ihnen das leicht zu wohlklingenden Idealen überzeugbare Volk – nehmen das Urteil über die angebliche Punkband "Pussy Riot" als Anlassfall, um auf das "Regime" Putins zu schimpfen und die vermutete moralische Überlegenheit des Westens zu unterstreichen. Dass dahinter eine gezielte Kampagne steht, ist vielen Beobachtern längst klar. Der Frauenblog Ceiberweiber hat in einer Analyse erstaunliche Zusammenhänge zu Pussy Riot zu Tage befördert.

Eine Punkband fast ohne Songs

Der erste interessante Sachverhalt wurde in einem Forum recherchiert: Die vielfach angepriesene "Band" ist gar keine Musikgruppe im engeren Sinn. Sie hat kaum Lieder veröffentlicht, die meisten ihrer Videos stammen von "Auftritten" wie ihrer jüngsten Aktion. Auch von selbstgeschriebenen Liedern oder Konzerten fehlt jede Spur. Stattdessen benützen Pussy Riot als Splittergruppe Instrumente, um die Proteste der linksextremen Muttergruppe "Voina" (russisch: "Krieg") zu untermalen. Voina hat sich bereits mehrmals durch blanke Akte der Gewalt bemerkbar gemacht.

NGOs verfolgen amerikanische Interessen

Zudem wird anhand der Petition zur Befreiung Pussy Riots – und deren Erstunterzeichner – ersichtlich, in welche Richtung sich die gesamte Inszenierung bewegt. Diese gehören nämlich zur Helsinki-Gruppe, die ihrerseits eine Tochter der "National Endowment for Democracy" (NED) ist, die sich als "Washington-basierte Demokratie-Assistenzgruppe" beschreibt. Dass die amerikanische Assistenz zur Demokratie sich zumeist in der verdeckten Durchsetzung westlicher Interessen in fremden Ländern – unter anderem durch Destabilisierung der dortigen Regierung, falls diese sich dem amerikanischen Einfluss entzieht – äußert, wurde unter anderem auf Unzensuriert.at bereits deutlich erklärt. (Ceiberweiber stellt an dieser Stelle sogar Verbindungen zur österreichischen Kronen-Zeitung her.)

Eine weitere von der NED finanzierte NGO – die in unseren Medien ausnahmslos als komplett neutral und vertrauenswürdig beschrieben werden – ist GOLOS, die auch die angeblichen Unregelmäßigkeiten der letzten russischen Wahlen propagierte. Der Versuch, die russische Regierung zu destabilisieren, scheint aus ein breites Netzwerk westlichen Ursprungs zurückzuführen sein, in dem Pussy Riot nun eine Schlüsselrolle spielt, wie der Blog Land Destroyer ausführlich erläutert. Teil dieses Netzwerkes ist der Versuch der Musikerinnen, in ihrem Prozess den Oppositionspolitiker Alexey Navalny als Zeugen aufzurufen, der bewiesenermaßen vom Westen finanziert wird, um amerikanische Interessen durchzusetzen.

Spindelegger kritisiert Urteil in US-Diktion

Doch all das Blendwerk ergibt so ein praktisches, emotionales Bild, dass nicht einmal die verantwortlichen Politiker hierzulande es für nötig halten, einen Blick hinter die Kulissen zu wagen: Selbst Außenminister Spindelegger, der zu anderen internationalen Skandalen – die tatsächlich an Menschenrechtsverletzungen grenzen – schweigt, äußert sich zu Pussy Riot: Mit zwei Jahren Haft auf eine "Protestaktion gegen das Regime zu antworten scheint mir absolut unverhältnismäßig". Mit diesen Worten hat Spindelegger – zufällig? – genau die amerikanische Diktion übernommen.

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