EU-Beamte: Fürstlich entlohnte Urlaubs-Weltmeister

Die Schuldenkrise zwingt momentan alle EU-Staaten zum Sparen. Die EU selbst ist dabei nicht gerade ein Vorzeigemodell. Sollte man einen Arbeitsplatz als EU-Beamter gefunden haben, darf man sich über großzügig dosierte Zulagen, Extraurlaube und andere „Schmankerl“ freuen. Reisetage, Familiensonderurlaub usw. ermöglichen den Beamten bis zu 108 Urlaubstage im Jahr.

Momentan arbeiten rund 50.000 Menschen für die Europäische Union, das Grundgehalt eines Beamten liegt je nach Dienstrang zwischen 2.600 und 18.000 Euro brutto monatlich. Dazu kommt noch die Auslandszulage. Sollte ein Beamter also im „Ausland“ tätig sein, gibt es eine Zulage von 16 Prozent des Grundgehalts. Logisch, dass der überwiegende Teil der Beamtenschaft von dieser – übrigens steuerfreien – Zulage profitiert.

Weniger Wochenarbeit, höherer Zeitausgleich

Dass EU-Beamte mehr arbeiten als andere, darf in Frage gestellt werden. Anstatt einer 40-Stunden-Woche haben die Angestellten nämlich nur eine 37,5 Stunden zu absolvieren, mit 55 Jahren dürfen sie in den Vorruhestand gehen. Außerdem  gibt es für jede geleistete Überstunde eineinhalb Stunden Freizeit als Ausgleich. Bei Dienstreisen werden dem Beamten die Kosten für „den üblichen kürzesten und billigsten Reiseweg mit der Eisenbahn in der ersten Klasse“ erstattet. Sollte die Reise länger als 500 Kilometer sein oder ein Meer überquert werden, darf der Beamte in der Business Class fliegen.

Zusätzliche freie Tage für Fahrt in den Urlaub

Wenn ein Beamter der Europäischen Union eine Familienfeier besucht oder umzieht, muss er dafür keine kostbaren Urlaubstage aufbrauchen, in diesen Fällen haben die Arbeitnehmer Anspruch auf Dienstbefreiung. Für einen Umzug und für die Eheschließung eines Kindes gibt es jeweils 2 Tage frei, für die Adoption eines Kindes sogar 20 Wochen. Nimmt sich ein EU-Bediensteter Urlaub, bekommt er je nach Entfernung zwischen Dienstort und Wohnort zusätzliche freie Tage zum Kofferpacken: zwei Tage bei einer Entfernung von  bis 600 Kilometer, gar sechs Tage für Entfernungen von mehr als 2000 Kilometern.

Der Weg ins Zulagen- und Sonderurlaubsparadies ist jedoch alles andere als einfach. In den harten, zweistufigen Auswahlverfahren bewerben sich bis zu 50.000 junge Männer und Frauen, von denen nur ein geringer Bruchteil eingestellt wird. Besonders gefragt sind Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Durchhaltevermögen. Grundvoraussetzung für eine Bewerbung  ist ein Hochschulabschluss. 

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