Unilever bereitet sich auf verarmtes Europa vor

Durch die anhaltende Eurokrise rund um die „Südstaaten“ Griechenland, Italien, Spanien und Portugal geht nun auch in den Weltkonzernen die Angst um. Der Konsumriese Unilever bereitet sich in seinen Marktstrategien bereits auf ein verarmtes Europa vor. Premiummarken und Ökoprodukte kommen in den Zukunftszenarien nur mehr am Rande vor, angesagt ist jetzt die Marktaufbereitung für Europas bevorstehende Armut. Dazu holt man sich Anleihen bei den sogenannten Schwellenländern und sogar in der Dritten Welt.

Optimismus der Europapolitiker wird bei Unilever nicht geteilt

Der Optimismus der Europapolitiker in Sachen Wirtschafts- und Finanzkrise wird bei den Entscheidungsträgern von Unilever jedenfalls nicht geteilt. Europachef Jan Zijderveld hat dem Konzern eine Strategie der besonderen Art gegen die Krise verordnet und sieht die derzeitige Lage nicht als kurzfristig an. Bereits jetzt werden etwa in Spanien „Minipackungen“ verkauft, um sich den schmalen Haushaltsbudgets der Konsumenten anzunähern. Beispielsweise „Mini-Waschmittel“, die für nur fünf Waschgänge reichen, sowie Erdäpfelpüree und Mayonnaise in Kleinstpackungen. „Wenn ein Spanier nur noch durchschnittlich 17 Euro pro Einkauf ausgibt, dann kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen“, erklärte Zijderveld der Financial Times Deutschland.

Premiummarken und Ökoprodukte sind out

Bisher hatte der Konzern versucht, die sogenannten „reifen westlichen Märkte“ vor allem mit Premiummarken und Ökoprodukten zu bedienen. Diese Strategie scheint in der laufenden Krise der Europäischen Union und ihrer Wirtschaftspolitik aber nicht mehr gefragt zu sein. Vielmehr ist „Premium“ und „Öko“ erst einmal out. Der Niederländer Zijderveld reagiert mit der neuen Strategie auch auf die zuletzt stagnierenden Umsätze des Weltkonzerns in Europa. Das Jahr 2011 wurde lediglich mit einem Plus von 0,7 Prozent abgeschlossen. Mit insgesamt 12,3 Milliarden Umsatz trug das Europageschäft jedoch ein Viertel des Weltumsatzes bei und steuerte mit 17 Prozent die beste Gewinnmarge bei. Diese könnte sich nun durch die schlechte Wirtschaftslage insgesamt nach unten bewegen.

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