Berliner Salafist droht mit Anschlägen: „Deutschland ist ein Kriegsgebiet“

4. September 2012 - 2:00

Der Berliner Ex-Rapper und Salafistenführer Denis Mamadou Cuspert alias „Deso Dogg“ soll sich, so verlautete aus Sicherheitskreisen, eigentlich in Ägypten befinden. Doch jetzt versetzt der untergetauchte Islamist die Bundesrepublik in Angst und Schrecken. In einem aktuellen Video, das dem Fernsehsender ZDF zugespielt und unweit des Kölner Doms aufgenommen wurde, ruft Cuspert zu Terroranschlägen auf.

„Ihr setzt Millionen und Milliarden ein für den Krieg gegen den Islam. Und deshalb ist dieses Land hier, die Bundesrepublik Deutschland, ein Kriegsgebiet“, droht Cuspert in der Videobotschaft. An die in Deutschland lebenden Muslime appelliert er eindringlich, sich am Heiligen Krieg zu beteiligen: „Setzt euch ein für den Dschihad, wandert aus oder führt ihn hier durch.“ Der bekannte Salafist richtet seine Botschaft auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Innen- und Außenminister. „Wir werden den Dschihad in eure Länder bringen. Solange ihr unser Blut vergießt, grabt ihr hier euer eigenes Grab“, so Cuspert.

Die Behörden sind ob des Drohvideos beunruhigt und befürchten, dass es möglicherweise als Grundlage für ein Märtyrervideo dienen könnte. Jörg Ziercke vom Bundeskriminalamt schätzt, dass derzeit etwa 20 gewaltbereite Dschihadisten in Deutschland „auf gepackten Koffern sitzen“, um sich in im Nahen Osten für Terroranschläge ausbilden zu lassen. Gefährlich werde es dann, „wenn diese Leute in Ausbildungslagern waren und eventuell zurückkehren hier nach Deutschland“, teilte er dem ZDF mit. Dort habe man recherchiert, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida Kontaktmänner nach Ägypten und Syrien entsandt habe, um Freiwillige für Anschläge in Westeuropa anzuwerben.

Ex-Rapper soll österreichischem Hassprediger gefolgt sein

Cuspert war am 5. Mai an gewalttätigen Ausschreitungen bei einer Demonstration in Bonn beteiligt, bei denen mehrere Polizisten durch Messerstiche verletzt wurden. Nach dem Verbot seiner Organisation „Millatu Ibrahim“ im Juni folgte der Islamist angeblich dem Aufruf des österreichischen Hasspredigers Mohamed Mahmoud, sich nach Ägypten Land abzusetzen, um der „religiösen Pflicht“ nachzukommen. Ob Cuspert tatsächlich dort angekommen ist oder ob er sich noch in der Bundesrepublik aufhält, ist bislang unklar. Der Verfassungsschutz zeigte sich jedenfalls besorgt darüber, dass aus dem Berliner Islamisten-Netzwerk eine deutsche Salafisten-Kolonie in Ägypten entstehen könnte. Seit Jahresbeginn sollen nämlich mehr als ein Dutzend Salafisten ausgewandert sein.

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