„Causa Ischgl“: Der bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck liegende polizeiliche Ermittlungsakt könnte jetzt zu einem Waterloo für die Tiroler Tourismuswirtschaft werden (Bild: Oberlandesgericht Innsbruck).

Foto: Luftschiffhafen / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)
„Causa Ischgl“ wird zum Waterloo für die Tiroler Tourismuswirtschaft

Es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Indizien im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Covid-19-Virus und dem Tiroler Wintersportort Ischgl medial auftauchen. Die sogenannte „Causa Ischgl“ wird laut Fremdenverkehrsexperten zum Waterloo für die Tiroler Tourismuswirtschaft. Aktuell hat sich die Staatsanwaltschaft in Innsbruck mit einem 1.000 Seiten umfassenden Ermittlungsbericht der Polizei zu beschäftigen, der zur Causa erstellt wurde.

Dabei geht es um die mutmaßlich fahrlässig nicht oder zu spät getroffenen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Auftreten des Coronavirus in Ischgl und anderen Tiroler Tourismusorten.

321 Privatbeteiligte haben sich Ermittlungen angeschlossen

Aktuell haben sich den laufenden Ermittlungen in einem künftigen Strafverfahren in der „Causa Ischgl“ bereits 321 Privatbeteiligte als Opfer einer Covid-19-Infektion angeschlossen. Damit nicht genug, haben sich in einem Sammelklageverfahren des Verbraucherschutzverein VSV bereits 5.380 Tirol-Urlauber gemeldet, um Schadenersatz gegen die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft anzumelden.

Nicht weniger als 75 Prozent von ihnen, also 4.350 Touristen, sollen laut Medienberichten bzw. dem VSV angeben, in Ischgl auf Winterurlaub gewesen zu sein. Spannend dabei ist, dass nicht weniger als 73 Prozent, also 3.927 Personen, nach ihrer Heimkehr positiv auf Covid-19 getestet worden seien.

Untersuchungskommission soll Licht ins Dunkel bringen

In den betroffenen Orten soll jetzt eine Tiroler Untersuchungskommission Licht ins Dunkel der „Causa Ischgl“ bringen. Darauf haben sich die Tiroler Landtagsparteien jetzt geeinigt. Aber das ist nur der erste Schritt in diesem brisanten gesundheitspolitischen Fall.

Da die Epidemiebekämpfung eine Bundeskompetenz ist, hat die FPÖ bereits im Nationalrat einen Antrag auf einen Untersuchungsausschuss eingebracht, um die gesamte Causa, aber auch das mutmaßliche Fehlverhalten in der Bundesregierung zu untersuchen.

Straflandesgericht Innsbruck

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