Mit den exotischen Tieren vor dem Wiener Gasometer wird es vorerst nichts, denn die Wiener Linien wollen ihr brachliegendes Grundstück dem „Circus Safari“ nicht vermieten.

Foto: unzensuriert.at / Fotomontage
Rote Parteipolitik am Rücken von 62 heimatlosen Zirkustieren

Paukenschlag für den „Circus Safari“: Die Wiener Linien teilten dem Eigentümer, Benjamin Spindler, überraschend mit, dass er das benötigte Grundstück beim Gasometer in Wien-Simmering nicht benützen darf. Damit ist das Schicksal der 62 Tiere des Zirkus ungewiss. Denn das Unternehmen muss das derzeit genutzte Grundstück in Wien-Aufhof (Penzing) bis Ende Mai räumen. Da es wegen der Corona-Krise aber keine Vorstellungen gibt, muss sich der Betrieb eine einstweilige Bleibe suchen.

„Asyl“ in Simmering bereits zugesagt

Dabei schien es schon so, als würde die Herbergsuche ein glückliches Ende nehmen. Denn von Bürgern angesprochen, setzte sich Simmerings Bezirkschef Paul Stadler (FPÖ) für die Zirkustiere ein und versuchte, ein brachliegendes Grundstück nahe den Gasometern, das den Wiener Linien gehört, zu vermitteln. Die Sache schien praktisch perfekt – Benjamin Spindler sagte, die Vertragsunterschrift sei nur noch eine Frage der Zeit, und freute sich schon über das „Asyl“ in Simmering.

Merkwürdiger Anruf aus dem Rathaus

Doch plötzlich ein Anruf und das Nein. Dafür gab es auch keine Begründung, nur ein Nein, aus, basta! Wer aber hinter die Kulissen schaut, wird schnell draufkommen, dass es sich bei der überraschenden Absage um parteipolitisches Kalkül handeln könnte. Denn Folgendes hat sich abgespielt:

Als Bezirksvorsteher Stadler den Zirkus im Auhof besuchte, erzählte Zirkusdirektor Spindler von einem merkwürdigen Anruf. So habe sich die Sekretärin des Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ) bei ihm telefonisch gemeldet und gesagt: Wir würden Ihnen ja gerne helfen, aber wir haben gehört, dass schon ein blauer Bezirksvorsteher an der Sache dran ist.

Hat die SPÖ dem freiheitlichen Bezirksvorsteher aus Simmering den Erfolg nicht gegönnt und bei den Wiener Linien gegen den Vermittlungsversuch Stadlers interveniert? Zuzutrauen wäre es den Roten.

Parteipolitik über das Wohl der Tiere gestellt

Stadler zeigt sich jedenfalls schwer enttäuscht: „Mir ist es ja egal, wo der Zirkus und seine Tiere einen Platz finden, der muss ja nicht in Simmering sein. Aber dass hier offensichtlich Parteipolitik über das Wohl der Tiere gestellt wird, macht mich wirklich zornig“.

Er, Stadler, wundere sich auch, dass die Wiener Linien oder die Stadt Wien, die über viele Flächen verfügen, dem Zirkus kein Ersatzgrundstück angeboten haben. Nun will Stadler nicht ruhen, bis für die Tiere eine Lösung gefunden wird.

Kamele vor dem Gasometer

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