Südafrikas Ministerin Nkosazana Dlamini-Zuma nutzt die Corona-Pandemie dazu, um Tabakverkauf und Rauchen zu verbieten.

Foto: Foreign and Commonwealth Office / wikimedia.org (CC-BY-2.0)
Wegen Covid-19: Südafrikas Regierung verbietet Alkohol- und Tabak-Verkauf im ganzen Land

Dramatische Einschnitte in Handel und Gastronomie haben die Maßnahmen der südafrikanischen Regierung im Zusammenhang mit der Covid-19-Infektion jetzt zur Folge. Staatspräsident Cyril Ramaphosa und seine Regierungsmitglieder aus dem African National Congress (ANC) haben den Tabakverkauf im ganzen Land verboten. Seit dem schrittweise eingeführten „Lockdown“ wurden nicht nur der Verkauf alkoholischer Getränke per Verordnung untersagt, sondern auch der gesamte Zigarettenverkauf.

Raucher und Tabakladenbesitzer in Südafrika protestieren gegen das absolute Verkaufsverbot für die Rauchwaren. Dazu gesellt sich der Protest der Tabakindustrie, unter anderem vom Tabakkonzern British American Tobacco Südafrika (BAT), der sogar schon gerichtliche Schritte ins Auge gefasst hat.

Umstrittene Argumente der Anti-Raucher-Lobby

Nach wachsenden Protesten aus der Bevölkerung wollte Staatschef Ramaphosa das Tabak-Verkaufsverbot eigentlich lockern. Diesem Vorhaben hat jetzt aber ausgerechnet die Ministerin für traditionelle Angelegenheiten, Nkosazana Dlamini-Zuma, Ex-Frau des ehemaligen Staatspräsidenten Jacob Zuma, einen Riegel vorgeschoben. Sie leitet auch den „Nationalen Corona-Kommandorat“ und will am Rauchwaren-Verbot festhalten. Argument: Vor allem in ärmeren Gegenden würden sich Raucher zusammensetzen und sich Zigaretten teilen. Die Spucke auf dem Filter würde dann zur Verbreitung des Virus sorgen.

Phantasiepreise für Schwarzmarkt-Zigaretten

Es gibt allerdings auch Gegenargumente, denn während in konzessionierten Geschäften der Rauchwaren-Verkauf im Rahmen der geltenden Sicherheits-Bestimmungen abgewickelt würde, drängen sich die Raucher nun ungeschützt am Schwarzmarkt und zahlen zudem Phantasiepreise für ihre Nikotin-Sucht, was zusätzlich zur Verarmung großer Bevölkerungskreise führt. Auch Finanzminister Tito Mboweni  beklagt den Entfall bedeutender Steuereinnahmen aus dem Alkohol- und Tabakgeschäft. Wie der BAT-Konzern argumentiert, würde das Verbot also einzig und alleine den Schwarzhändlern nützen – eine Erkenntnis, die die USA bereits vor fast 100 Jahren im Zuge der Alkohol-Prohibition gewinnen mussten.

Bereits als Gesundheitsministerin unter Nelson Mandela hatte sich Dlamini-Zuma für einTabak-Werbebverbot und dem Rauchen an öffentlichen Plätzen ein. Aktuell möchte sie das Corona-Maßnahmenpaket dazu nutzen, um das Rauchen insgesamt weiter zurückzudrängen. Ob das mit einem Total-Verbot gelingt, erscheint mehr als fraglich.

Zuma

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