Kanzler Kurz pfiff bei einem Besuch in Vorarlberg auf seine eigenen Corona-Regeln. Dafür gibt er nun aber der lokalen Bevölkerung und den Medien die Schuld, anstatt sich zu entschuldigen.

Foto: Screenshot / Facebook
Vorarlberger „Abstand-Skandal“: Kurz und ÖVP schieben Schuld auf Bevölkerung und Medien

Dieser Skandal dürfte den nahezu „unfehlbaren“ Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) noch länger verfolgen. Wie unzensuriert berichtete, hielten sich der scheinbar über dem Gesetz stehende Kanzler und seine Gefolgschaft bei ihrem Besuch im Vorarlberger Kleinwalsertal weder an die von der eigenen Regierung aufgestellten Corona-Abstandsvorgaben, noch an das lästige Masketragen und Co. Nun versuchen Kurz und die ÖVP in einer besonders dreisten Art und Weise, die Schuld an dem Vorfall auf die Bevölkerung und die Medien abzuwälzen!

Mainstream-Medien rücken zur Kanzler-Verteidigung aus

Rasch reagierten das Bundeskanzleramt (BKA) und das Medienteam von Kurz auf den sich aufbauenden Skandal. In diversen regierungstreuen Medien wie dem ORF oder der Kronen Zeitung wurde einmal mehr die offizielle Regierungsversion des Vorfalls unkritisch wiedergegeben. Und in dieser Version „appellierte das Bundeskanzleramt erneut, den Sicherheitsabstand einzuhalten“. Im Nachhinein wohlgemerkt.

Leider sei eben im Kleinwalsertal, obwohl vorher extra nochmals darauf hingewiesen worden war, der Mindestabstand „von den Bewohnern und den Medienvertretern teilweise nicht eingehalten worden“. Kein Wort der Entschuldigung jedoch, obwohl Kanzler Kurz selbst den Mindestabstand mehrmals nicht einhielt. Lebt Kurz etwa in einer Wohngemeinschaft mit Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), weil etwa die beiden den Mindestabstand nicht einheilten, lautet nur eine von vielen Fragen, die verärgerte Bürger derzeit im Internet stellen.

Corona-Regeln außer Kraft, um Kurz zuzujubeln?

Während also hunderttausende Österreicher immer noch unter den Corona-Maßnahmen leiden, ihre Verwandten nicht besuchen oder nicht einmal mit ihren Kindern im Park spielen dürfen, ist es scheinbar ohne weiteres möglich, massenhaft zusammenzukommen, wenn Kanzler Kurz öffentlich auftritt. Zu Recht fragen sich viele, warum die Corona-Verbote plötzlich nicht mehr gelten, wenn Kurz in einer kleinen Gemeinde in Vorarlberg auftritt.

Gemeinde wünschte sich „Jubel-Inszenierung“

Der gefühlt hundertste PR-Auftritt von Kurz in den vergangenen Wochen dürfte jedenfalls ordentlich nach hinten losgegangen sein. Und das trotz jubelnder Bürger, die nun für sein Fehlverhalten herhalten müssen, und schön beflaggten Häusern. So hat es sich die ÖVP-Gemeinde Mittelberg ja auch für den Besuch des Kanzlers auf Facebook gewünscht – unzensuriert berichtete. Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob oder wie viel von dem Massenauftrieb echt, und was von der Gemeinde bzw. der lokalen ÖVP inszeniert war.

Kurz im Walsertal

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