Das zwischen 1934 und 1936 errichtete Berliner Olympiastadion fasst knapp 75.000 Besucher und ist heute Hauptspielstätte des Bundesliga-Fußballvereins Hertha BSC. Es steht, wie die gesamte Anlage, unter Denkmalschutz.

Foto: Bromsi / wikimedia.org (CC-BY-3.0)
Linke Vergangenheitsbewältigung: Berliner Olympiagelände soll „entnazifiziert“ werden

Das bauliche Erbe der NS-Zeit ist angeblich immer noch viel zu wenig „entnazifiziert“. Das findet jedenfalls der ehemalige Berliner SPD-Senator für Stadtentwicklung, Peter Strieder. Er machte sich jetzt für eine Entnazifizierung des 1936 errichteten Berliner Olympiageländes stark. „Die Skulpturen, Wandgemälde, Reliefs müssen weg“, fordert Strieder laut BZ. „Die gesamte Anlage, alle Bauten, alle Benennungen, alle Skulpturen entsprangen der Ideologie der Nazis. Und wir sollten begreifen, daß dies die ideologische Symbolik ist, auf die sich heutige Akteure wie Höcke, Gauland und Kalbitz berufen“, halluziniert der SPD-Politiker.

Problemchen linksgrüner Besserverdiener

Anscheinend haben linksgrüne Politiker, die in ihrer eigenen, wohlbestallten Parallelwelt leben, keine anderen Sorgen. Die zunehmende Vermüllung Berlins scheint für sie ebensowenig ein Problem zu sein wie die Wohnungsnot oder die steigende Kriminalität. Man kümmert sich dort lieber um politisch korrekte Geschichtskittung. Auf dem Olympiagelände werde mit der Begründung des Denkmalschutzes laut dem SPDler „die Propaganda der Nazis fortgesetzt“, und niemand tue etwas dagegen. Der rot-rot-grüne Senat müsse die Anlage umfassend neugestalten. „Das Maifeld samt Führertribüne sollte abgeräumt und nutzbar gemacht werden für neue Sportfelder, Trainingsplätze, Spielwiesen. Alle Namen der Gebäude und Straßen und Trainingsplätze aus der Zeit der Nazis gehören revidiert, künftig sollten sie beispielsweise nach Opfern der jüngsten rechtsterroristischen Gewalttaten benannt werden“, schlug Strieder vor. Für den derzeitigen Zustand gebe es keine gesellschaftliche Rechtfertigung.

Späte Erkenntnis

Er selbst habe beim Umbau des Olympiastadions für die Fußballweltmeisterschaft 2006 als Senator nicht berücksichtigt, „dass mit dem Olympiagelände auch das faschistische Erbe unter Denkmalschutz gestellt wurde“. Man habe damals nicht genau genug hingeschaut. „So habe ich übersehen, dass nicht einmal Umbenennungen stattgefunden haben, weder von Gebäuden, noch von Straßen.“ Die damals erfolgte Anbringung von Erklärtafeln empfinde er jetzt als unzureichend. „Im Umfeld eines Stadions, in das die Fans in freudiger Erwartung eines Fußballspiels strömen, bleiben sie unbeachtet und stellen allenfalls ein halbherziges Alibi dar.“ Im Klartext: Als er selbst noch zuständig war, hat er nichts von dem gemacht, was er nun fordert. Und nun will er, dass andere etwas tun. Na ja, fordern kann jeder alles…

„Rechter Schoß doch noch fruchtbar“

Im übrigen habe man womöglich fälschlicherweise angenommen, dass „der Schoß doch nicht mehr fruchtbar“ sei und Europa für immer frei sein werde. Aber: „Der Geist des Rechtsextremismus“ sei doch noch fruchtbar, mahnte Strieder. Dass Reichskanzler Adolf Hitler ein (national)sozialistischer Diktator war und sein Propagandaminister Joseph Goebbels die NSDAP mehr als einmal als eine linke Partei bezeichnete, scheint der linke Politiker wohl zu verdrängen.

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