Welche Rolle spielt die britische Regierung bei einer möglichen Machtübernahme der Opposition in Venezuela?

Foto: Adrian Pingstone / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)
Ist Großbritanniens Regierung an Destabilisierung des Maduro-Regimes beteiligt?

Mischt die Regierung Großbritanniens an der Destabilisierung des marxistischen Regimes unter dem diktatorisch herrschenden Staatspräsidenten Nicolas Maduro in Venezuela mit? Wie die britische Nachrichtenplattform The Canary veröffentlichte, besteht im britischen Außenministerium eine sogenannte „Venezuela Reconstruction Unit“ (Einheit zum Wiederaufbau Venezuelas). Ein Pressesprecher des britischen Außenamtes bestätigte die Gründung dieser organisatorischen Einheit im Herbst 2019.

So sollte laut britischer Lesart diese „Einheit“ die Beteiligung des Vereinigten Königreichs an internationalen Bestrebungen zum wirtschaftlichen und humanitären Aufbau des Landes koordinieren und organisieren.

Britischer Ex-Botschafter als Chef der „Einheit“

Als Chef dieser „Einheit“ wurde John Saville, ein britischer Ex-Botschafter in Venezuela in den Jahren 2014 bis 2017, durch das Außenamt in London eingesetzt. Saville ist im Engagement für die konservativ-liberale Opposition in Venezuela kein Unbekannter. Zuletzt organisierte er im Jänner 2020 eine Reise des venezolanischen Parlamentspräsidenten und Oppositionsführers Juan Guaidò nach London federführend mit.

Guaidò traf dabei unter anderem den britischen Außenminister Dominic Raab und weitere hochrangige Regierungsvertreter. Bereits im Jänner 2019 hatte die britische Regierung den Oppositionellen als „verfassungsmäßigen Interimspräsidenten“ anerkannt.

Guaidòs Botschafterin als Lobbyistin in London tätig

Mit an Bord der britischen Bestrebungen, die Opposition in Venezuela gegen Staatspräsident Maduro zu stützen, ist mit Vanessa Neumann auch Guaidòs „Botschafterin“ in London. Neumann lobbyiert für die Unterstützung britischer Geschäftsbeziehungen im Hinblick auf einen ökonomischen Wiederaufbau Venezuelas. Sie soll bereits im Juli 2019 auf ein Treffen zwischen dem britischen Außenminister Raab und Guaidò gedrängt haben.

Darüber hinaus mischte Neumann auch in einem Grenzkonflikt um das Gebiet Esequibo mit dem Nachbarstaat Guyana mit, wo es insbesondere auch um Abbaurechte des US-Konzerns Exxon Mobil geht. So soll Guaidò im Gegenzug für eine Aufgabe venezolanischer Ansprüche auf britische Unterstützung bei seiner Machübernahme mit Hilfe Neumanns gedrängt haben. Inwieweit die Briten über das gescheiterte und durch US-Kreise unterstützte Kommandounternehmen gegen Maduro von Anfang Mai informiert waren, ist derzeit nicht bekannt. 

Parlament London

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