Mit dem Wahlspruch „Zurück zur Demokratie“ forderten FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp (r.) und Klubobman Toni Mahdalik ein Ende der Pandemie-Sitzordnung im Gemeinderat.

Foto: FPÖ Wien
Wiener FPÖ sagte Corona-Krise ab und beendete Pandemie-Sitzplan im Gemeinderat

Für die Wiener Freiheitlichen kann der Weg zurück zur Normalität nicht schnell genug gehen. Gestern, Dienstag, ignorierten die Gemeinderäte den Pandemie-Sitzplan im Rathaus.

Abgeordnete auf der Tribüne

Seit Ausbruch der Pandemie finden Sitzungen des Gemeinderats und Landtags im Wiener Rathaus unter speziellen Spielregeln statt. Neben verkürzten Redezeiten und einer regelmäßigen Desinfektion des Rednerpults gehört dazu auch eine neue Sitzordnung. Einzelne Abgeordnete müssen seither auf die Tribüne ausweichen, damit die Bänke nicht allzu dicht besetzt sind.

FPÖ-Mandatare ohne Abstand

Die FPÖ ignorierte den neuen Sitzplan nun erstmals. Sämtliche blauen Mandatare saßen wie vor Corona-Zeiten ohne Abstand an ihren angestammten Plätzen. „Wir wollen zurück zur alten Normalität“, erklärte Klubobmann Anton Mahdalik. Als die Fraktionen die Vereinbarung zum geänderten Sitzungsablauf beschlossen hatte, also Mitte März, sei die Situation eine andere gewesen: „Es wurde der Teufel an die Wand gemalt, es wurde – wie wir heute wissen – bewusst Angst gemacht.“ Inzwischen sei das aber nicht mehr aktuell.

Schluss mit dem rot-schwarz-grünen Ständestaat

Während Mitglieder der Blauen ein Transparent mit der Aufschrift „Zurück zur Demokratie. Schluss mit dem rot-schwarz-grünen Ständestaat“ entrollten, forderte Mahdalik vom Plexiglas-gesicherten Rednerpult aus die Rückkehr zu den gewohnten Spielregeln – also auch die Entfernung des „Glaskobels“ beim Rednerpult, die Wiedereinführung der Fragestunde und die Aufhebung der Redezeit-Verkürzungen.

Kein Abstand zwischen Ludwig und Hanke

Die SPÖ-Abgeordneten konterten mit „Wir halten Abstand aus Respekt“-Taferln und schossen sich ein peinliches Eigentor. Denn SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig und SPÖ-Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke pfiffen ebenfalls auf die Abstandsregeln. Zwischen den beiden, wie das Bild beweist, passte weder ein Babyelefant, noch die großen Ohren von Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Van der Bellen und Kurz prominenteste Corona-Regel-Brecher

Dass der Aktionismus der Freiheitlichen bei den anderen Fraktionen zum Disput führte, ist umso bemerkenswerter, als dass Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit dem drastischen Überziehen der Sperrstunde im Wirtshaus und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schon zuvor im Kleinwalsertal alle Corona-Regeln gebrochen hatten.

Mahdalik / Nepp

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