Wer ein Theaterstück ohne Maske und ohne Mundschutz genießen möchte, muss mit dem Auto anreisen.

Foto: sasint / pixabay.com
Wer mit dem Auto ins Theater fährt, braucht keine Maske und keinen Abstand

Kein Ende der Peinlichkeiten bei den Corona-Lockerungen – und schön langsam bekommt man den Eindruck, dass die Regierung vorsätzlich darauf aus ist, jeden Tag einen Fauxpas zu landen. Besonders engagiert bei diesem Vorhaben zeigen sich die Grünen, die im Schatten der übermächtigen ÖVP immer wieder ihre Grundprinzipien über Bord werfen müssten, wie bereits mehrfach berichtet.

Eine Blamage jagt die andere

Gestern, Donnerstag, die Riesenblamage beim Budget, als ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel sechs Nullen vergaß. Und gestern haben wir auch darüber berichtet, dass zwar bald die Rotlicht-Lokale aufsperren, beim Tanzen aber zwei Meter Abstand zu halten sind.

Der absurden Verordnungen nicht genug, steht schon die nächste Peinlichkeit bei den Corona-Lockerungen ante portas: Ab nun soll man nämlich mit dem Auto ins Theater fahren, damit man ohne Maske und ohne Mindestabstand die Vorführung genießen kann. Diese Ausnahme wurde heute, Freitag, kundgemacht:

Betretungen von Theatern, Konzertsälen und -arenen, Kinos, Varietees und Kabaretts, die mit mehrspurigen Kraftfahrzeugen erfolgen.

Was die grüne Wiener Verkehrsstadträtin Birgit Hebein, zuletzt durch eine ganze Reihe von Auto-feindlichen Maßnahmen („Pop-up-Radwege“, „Begegnungszonen“ etc.) aufgefallen, zu diesen Beschlüssen ihres Parteikollegen Rudolf Anschober sagt, ist nicht überliefert, doch der Jubel dürfte enden wollend sein.

Grüne privilegieren Autofahrer

Die grüne Fraktion in der Bundesregierung, unter deren Verantwortung diese kabarettreife Ausnahme für Theaterbesuche fällt, privilegiert also Autofahrer gegenüber Personen, die ein öffentliches Verkehrsmittel benützen. Ausgerechnet die Grünen? Und wie kann die Anreise mit dem Auto überprüft werden?

Abgesehen davon versteht keiner, was diese Maßnahme bringen soll. Außer, dass jetzt, nach dem unrühmlichen Abgang von Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne), mit aller Kraft versucht wird, die Kunstszene nicht weiter zu verärgern. Offensichtlich wirft man den Kulturschaffenden Zuckerln hin, doch nachvollziehbar sind diese populistischen Aktionen nicht.

Sind Motorradfahrer ansteckender?

Warum etwa gilt die Regelung nur für mehrspurige Kfz? Ist die Ansteckungsgefahr auf einem Motorrad größer, obwohl man dort – nicht nur in der Corona-Krise – einen Sturzhelm tragen muss? Oder hat man schlicht auf die Besitzer von rund 700.000 motorisieren einspurigen Kfz in Österreich vergessen? Würde ins chaotische Gesamtbild passen.

Asiatische Tänzerin

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