Für das Rote Kreuz ist klar: Der Flop der 1,5 Millionen Euro teuren Corona-Überwachungs-App ist die Schuld der kritischen Opposition.

Foto: Screenshot / Rotes Kreuz
1,5 Millionen Euro in den Sand gesetzt und keiner will Corona-Überwachungs-App: Rot-Kreuz-Chef gibt Opposition die Schuld

Das zwielichtige Naheverhältnis zwischen dem Roten Kreuz und der ÖVP wurde während der Corona-Krise mehr als deutlich und scharf kritisiert. Nicht nur bekam die Hilfsorganisation nahezu alle Agenden der Regierungs-Krisenkommunikation übermittelt, sondern auch an der Corona-Überwachungs-App „Stopp Corona“ wirkte das Rote Kreuz maßgeblich mit. Der Widerstand gegen die App und folglich auch ihr Flop ist für den Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, allerdings die Schuld der Opposition, nicht seiner Organisation oder gar der Regierung.

1,5 Millionen Euro für Flop-App

Insgesamt kostete das Projekt der „Stopp-Corona-App“ bislang 1,5 Millionen Euro. Dafür ist die Nutzung unter der Bevölkerung mehr als Bescheiden, wie auch Foitik im Interview mit dem Standard zugeben musste. Mit 500.000 Nutzern liege man hinter den Erwartungen, es müssen unbedingt mehr werden, so das Credo. Die Schuld an der laschen Nutzung sieht Foitik übrigens bei der politischen Opposition.

Debatte um App Schuld an Nicht-Nutzung

So sei die heftige politische Debatte Hauptschuldiger der geringen Nutzung und Unbeliebtheit in der Bevölkerung – nicht etwa die mangelnde Sicherheit und die Möglichkeit der totalen Überwachung. Die „Kampfrhetorik der Opposition“ habe schließlich dazu geführt, „dass selbst Menschen, die sie neutral sehen, die App nicht nutzen wollen“. Zudem wäre die Aussage, dass mit der App eine Überwachung möglich gemacht wäre, „unnötig gewesen“.

Lottogewinn wahrscheinlicher als Tauglichkeit der Corona-App

Eine nahezu vernichtende Einschätzung erhielt die Corona-App des Roten Kreuzes übrigens kürzlich von der ARGE Daten. So sei die App „nicht praxistauglich“, denn die Matching-Wahrscheinlichkeit, um Kontaktketten von Infizierten nachzuvollziehen, liege bei weniger als einem Promille. Damit sei sogar ein Lottogewinn wahrscheinlicher. Und auch Datenschützer kritisierten die App im Vorfeld bereits massiv. Nicht einmal freiwillig sollte man das Programm auf sein Handy herunterladen – unzensiert berichtete. 

Rotes Kreuz beauftragte regierungsnahe Agenturen

Unzensuriert berichtete auch über die schiefe Optik bei der Bestellung von PR-Agenturen, die im Zuge der Corona-Krise die Kommunikation übernahmen. Das Rote Kreuz engagierte für die Kampagne „Schau auf dich – Schau auf mich“ nämlich Agenturen aus dem grünen und schwarzen Umfeld. Foitik zeigte sich damals verärgert ob der unangenehmen Nachfragen nach personellen Querverbindungen zwischen beauftragten Agenturen und der Regierung.

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