Die FPÖ begleitet den Ibiza-Untersuchungsausschuss mit einem eigenen Fernsehformat: „Der schwarze Faden“.

Foto: FPÖ TV
Ibiza-Untersuchungsausschuss startet – FPÖ mit eigener Sendung „Der schwarze Faden“

Am 17. Mai 2019 erschüttert die Ausstrahlung von Ausschnitten eines verdeckt aufgenommenen Videos die Republik. Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus plaudern mit einer vermeintlichen Oligarchen-Nichte auf Ibiza angeblich sieben Stunden lang über Staatsaufträge, den Verkauf der Kronen Zeitung und über Spenden und Spender für Parteien.

Am 18. Mai tritt Strache als Vizekanzler zurück, Sebastian Kurz kündigt – trotz anderslautender Ankündigung – die Koalition und verliert am 27. Mai durch einen von SPÖ und FPÖ unterstützten Misstrauensantrag den Kanzlerposten.

Die Ermittlungen nach den Drahtziehern des Videos laufen bei der „Soko Tape“ im Innenministerium. Schnell wird bekannt, wer an der Produktion beteiligt war. Unbekannt ist jedoch bis heute, wer das Video in Auftrag gegeben hat und wer es an die Medien – konkret die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel und den Falter – weitergegeben hat.

Unbekannt ist auch bis heute die Frau, die sich als „Oligarchen-Nichte“ Alyona Makarov ausgegeben hat. Völlig überraschend veröffentlicht die „Soko Tape“, quasi zum einjährigen Jubiläum ihres Bestehens, Fahndungsfotos und gibt gleichzeitig bekannt, dass sie – offensichtlich schon seit April – in Besitz des gesamten, mehr als achtstündigen Videomaterials ist.

Wenn heute, am 4. Juni, die Befragungen im U-Ausschuss starten, werden jedoch weder die Beschuldigten, noch die Abgeordneten im Ausschuss das Video gesehen haben.

Am 22. Mai 2019 – fünf Tage nach Veröffentlichung des „Ibiza-Videos“ – ruft ein Mitarbeiter aus dem Kabinett von Kanzler Sebastian Kurz bei einem privaten Datenvernichtungs-Unternehmen an und erscheint am Tag darauf, um fünf Festplatten – gleich dreifach! – schreddern zu lassen.

Der Auftrag wird unter falschem Namen erteilt und die Rechnung nicht bezahlt. Der Chef der Firma wendet sich an die Behörden.

Die Polizei taucht am 18. Juli in der ÖVP-Zentrale auf, wo der Mitarbeiter mittlerweile arbeitet. Es erfolgt eine freiwillige Nachschau in dessen Wohnung.

Am 10. Februar gibt der Bundeskanzler persönlich bekannt, dass das Verfahren eingestellt sei. Die Mitteilung erfolgt unmittelbar nach einem „Justizgipfel“, der nach massiven Angriffen des Kanzlers auf die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in einem Hintergrundgespräch mit ausgesuchten Journalisten stattfand.

Neue Polit-Talk der FPÖ: „Der schwarze Faden“

Zu diesen und vielen anderen Themen, die im Ibiza-Untersuchungsausschuss behandelt werden, wird es seitens der FPÖ regelmäßig Analysen und Diskussionsrunden geben. Gestern, Mittwoch, am Abend gab es die Premiere dieses neuen FPÖ-TV-Formats „Der schwarze Faden“. In einer Polit-Gesprächsrunde, moderiert vom ehemaligen Nationalratsabgeordneten und FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein, diskutierten die FPÖ-Mitglieder des Ibiza-Untersuchungsausschusses, Christian Hafenecker, Susanne Fürst und Martin Graf, über den heutigen ersten Tag des Untersuchungsausschuss zu dem ab 10.00 Uhr als Auskunftspersonen der Falter-Journalist Florian Klenk und die beiden unfreiwilligen „Ibizia-Video“-Hauptdarsteller Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus geladen sind.

Unzensuriert begleitet den ersten Tag live

  • 04.06.2020 18:21Innenminister soll Kurz SMS vorlegen

    SPÖ und NEOS bringen Verlangen ein, dass alle SMS, Whatsapp-Chats, etc. - auch jene die an Bundeskanzler Kurz ergingen - dem Ausschuss vorgelegt werden.

  • 04.06.2020 18:20ÖVP Glatz-Kremsner die einzig hochrangige Glücksspielvertreterin am Verhandlungstisch

    Graf: Ist bei den Regierungsverhandlungen ÖVP-FPÖ ein hochrangiger Vertreter der Glücksspiel-Branche am Verhandlungstisch gesessen? Strache im zweiten Versuch: Ja, die Frau Glatz-Kremsner auf Seiten der ÖVP

  • 04.06.2020 18:02Verfahren gegen Kurz eingestellt

    FPÖ-Graf wundert sich, wieso es im Zuge der "Casino-Affäre" eine Verfahrenseinstellung bei Sebastian Kurz gab und bei Heinz-Christina Strache nicht. Beide, sowohl Kanzler als auch Vizekanzler waren in der (etwas seltsamen) anonyme Anzeige, die das Verfahren überhaupt erst ausgelöst, in gleicher Weise "beschuldigt". Wieso das so ist, kann auch Strache nicht beantworten, er bestätigt aber das in der Anzeige erwähnten Gespräch mit Kurz an einem Sonntag.

  • 04.06.2020 17:27Angebliche FPÖ-nahe Vereine ÖVP dominiert

    FPÖ-Graf fragt Strache nach den vier immer wieder genannten Proponenten der angeblich FPÖ-nahen Vereine. Es stellt sich heraus, dass nur einer FPÖ Mitglied ist. Zwei sind ÖVP Mitglieder, einer war sogar im Büro Sobotka tätig. Der vierte ist parteilos. Objektiv betrachtet müsste man künftig von ÖVP-nahen Vereinen schreiben.

  • 04.06.2020 17:00FPÖ Fraktionsführer veröffentlicht U-Ausschuss Tagebuch

    Christian Hafenecker befragte die erste Auskunftsperson Florian Klenk und fasst seine Eindrücke auf fpoe,at zusammen.

Den kompletten Ticker finden Sie hier.

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