Die Politiker und Mitglieder der AfD (Bild: AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel und Alexander Gauland) sind auf dem kommenden Kirchentag nicht willkommen.

Foto: Olaf Kosinsky / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-DE)
Das ist gelebte Ökumene: Kirchentag schließt AfD-Mitglieder aus

Das Präsidium des „3. Ökumenischen Kirchentages“ hat AfD-Mitglieder von der Mitwirkung an der Veranstaltung im kommenden Jahr ausgeschlossen. „Personen, die für rassistische oder antisemitische Überzeugungen eintreten oder für Positionen werben, die von einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit oder von einer ideologischen Distanz zur freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung geprägt sind“, sollen nicht als aktive Teilnehmer eingeladen werden, teilte das Gremium am gestrigen Mittwoch mit. „Darunter fallen unter anderem auch Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland“, wie die Zeit zu berichten wusste.

Vorwurf von „rassistischen Positionen“

Zwar sollten auch kritische Positionen ihren Platz auf dem Kirchentag haben, bei Personen, die „rassistische Ansichten“ verträten, müsse jedoch eine Grenze gezogen werden. Während des Kirchentages werde es auch um die eigene Verantwortung gehen, und es solle die Unvereinbarkeit solchen Gedankenguts mit christlichen Überzeugungen herausgearbeitet werden. Wie diese angeblich rassistischen Positionen aussehen sollen, wurde nicht genau definiert. Aber für linke Gutmenschen gilt es ja heutzutage schon als „rassistisch“, wenn man keine Minderheit im eigenen Land sein möchte.

Das AfD-Bundesvorstandsmitglied und Vorsitzende der Christen in der AfD, Joachim Kuhs, beklagte bezüglich dieses Vorfalls jedenfalls: „Die Kirchentage sind zu rot-grünen Politiker- und Funktionärstreffen verkommen.“ Zugleich betonte er die Gesprächsbereitschaft seiner Partei gegenüber den Veranstaltern des Kirchentages. Kuhs ist Mitautor und Herausgeber des Buches „Warum Christen AfD wählen“.

Fragwürdige Trennung von Kirche und Staat

Der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, warf den Verantwortlichen Scheinheiligkeit vor. „Geradezu scheinheilig ist es, wenn behauptet wird, daß der Kirchentag eine Vielschichtigkeit des öffentlichen Lebens und eine thematische Vielfalt abbilden würde, Vertreter der größten Oppositionsfraktion des Bundestages aber ausgesperrt bleiben.“ Die Veranstalter müßten sich zudem fragen lassen, ob eingeladene Vertreter anderer Parteien zum Beispiel beim Zulassen der Tötung Ungeborener oder bei der Relativierung von Ehe und Familie im Sinne der christlichen Lehre handelten.

Der „3. Ökumenische Kirchentag“ soll im Mai 2021 in Frankfurt am Main stattfinden. Veranstalter sind der Deutsche Evangelische Kirchentag und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Also von niemandem gewählte Vereine, die sich offenkundig weder an die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Kirche und Staat halten, im Sinne der Altparteien Andersdenkende ausschließen und obendrein gegen die christliche Tugend der Nächstenliebe verstoßen, wenn sie Menschen wie Mitglieder der AfD ausschließen. Aber das ist auch nicht weiter verwunderlich; schon der Name „Zentralkomitee“ hat einen unguten, kommunistischen Beigeschmack.

Schon früher gab es Ärger

Bereits in der Vergangenheit hatten Kirchenfunktionäre den Ausschluß der AfD von Kirchentagen gefordert. 2016 verlangte der Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Bonn, Siegfried Eckert, AfD-Politiker grundsätzlich vom Deutschen Evangelischen Kirchentag auszuschließen. Zwei Jahre später kritisierte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Einladung von AfD-Kirchensprecher Münz zum Katholikentag in Münster.

Der aus dem altgriechischen stammende Begriff Ökumene steht übrigens für Dialog und Zusammenarbeit…

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