Das liebe Geld. Davon können immer mehr Deutsche nur träumen.

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Sozialverbände schlagen Alarm: Auf Corona folgt die Armut

Die Armut in Deutschland wächst – und die Entwicklung wird durch die Corona-Krise noch einmal forciert. Nun häufen sich existentielle Notlagen, weshalb Sozialverbände nun Alarm schlagen. Einer Umfrage des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag des „Paritätischen Wohlfahrtsverbandes“ zufolge denken 80 Prozent, dass von den gegenwärtigen Hartz-IV-Sätzen niemand menschenwürdig leben kann. Darüber berichtete auch schon gegen-hartz.de.

Geld reicht nicht für Grundbedürfnisse

Demnach seien etwa 728 Euro ohne Wohnkosten monatlich nötig, um die Grundbedürfnisse alleinstehender Erwachsener zu decken. Der Staat gesteht ihnen derzeit 432 Euro zu. Damit muss alles außer der Miete finanziert werden. Für Nahrung stehen einem Alleinstehenden insgesamt 150 Euro zu, 38 Euro für Strom und Instandhaltung der Wohnung. Die Sätze für Kinder sind noch niedriger. Unter Sechsjährige sollen von 87 Euro einen Monat ernährt werden. Für Kleidung stehen ihnen 22 Euro zu, für Gesundheitspflege neun Euro.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, wies darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Umfrage Anfang März die coronabedingten Mehrausgaben noch nicht berücksichtigt worden seien. Die aktuellen Sätze für Hartz-IV- und Sozialhilfebezieher seien „trickreich kleingerechnet, lebensfern und in keiner Weise bedarfsgerecht“, kritisierte er laut dem Paritätischen Gesamtverband nach der Veröffentlichung der Ergebnisse und erneuerte seine Forderung nach einem „Konjunkturprogramm gegen Armut“.

Preise sind enorm gestiegen

Gleichzeitig zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes, dass die Preise im April drastisch angezogen haben. Insbesondere Lebensmittel wurden teurer. Allein für ihre Ernährung mussten die Deutschen 4,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat ausgeben. Obst und Gemüse haben sich sogar um elf Prozent binnen Jahresfrist und um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat März verteuert, meldete das Amt Mitte Mai.

Warnung vor existentieller Not

Das bundesweite Erwerbslosenbündnis „Auf Recht bestehen“ warnte deshalb erst unlängst vor existentieller Not, die durch krisenbedingte Engpässe bei den Ämtern noch verschärft werde. Mancherorts sei es unmöglich, Sachbearbeiter zu erreichen oder über die Hotline hilfreiche Auskünfte zu erhalten, sagte Bündnissprecher Rainer Timmermann. Sein Mitstreiter Frank Jäger ergänzt:

Wenn die Leistungsabteilung für Kunden geschlossen ist, vergehen oft Wochen und Monate, bis Notlagen per Telefon, E-Mail oder Post behoben werden.

Ihr Versprechen auf unbürokratische Hilfe habe die Bundesregierung damit nicht eingelöst.

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