Konsumentenschützer Peter Kolba lässt in der „Causa Ischgl“ nicht locker und verweist auf die vorliegenden Fakten.

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„Causa Ischgl“: Konsumentenschützer Kolba konfrontiert LH Platter mit Fakten

Nachdem der Tiroler ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter gemeinsam mit der schwarz-grünen Bundesregierung versucht die „Causa Ischgl“, wie zuletzt in der ORF-Pressestunde am 7. Juni 2020, kleinzureden, regt sich Widerstand. Unter anderem hat Konsumentenschützer Petra Kolba, Obmann des Verbraucherschutzvereins (VSV), Stellung genommen und eine neue umfangreiche Strafanzeige angekündigt. Er bezichtigt darüber hinaus den ÖVP-Landeshauptmann, die Unwahrheit im Zusammenhang mit der „Causa Ischgl“ zu verbreiten:

Wir haben gestern Abend eine umfangreiche Strafanzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) eingebracht. Denn Platter lügt, wenn er behauptet, Tirol habe auf Corona-Verdachtsfälle rasch und richtig reagiert.

VSV-Obmann listet drei zentrale Vorhalte gegen die Tiroler Behörden auf

Der engagierte VSV-Obmann Peter Kolab listet drei zentrale Vorhalte gegen die Tiroler Behörden auf:

Man hätte die Saison in Ischgl bereits am Fr. 7.3.2020 um eine Woche früher beenden müssen. Man hätte tausenden Urlaubern, die Infektion mit dem Virus erspart. Da seit 3.3.2020 die Infektion von isländischen Reisenden bekannt war, hätten Hoteliers und Behörden rasch und effizient handeln müssen.
• Die unterschiedlichen Reaktionen der Behörden am 25.2.2020 bei einem ersten Covid-19 Fall in Innsbruck hat man noch alles richtig gemacht. Hotel geschlossen, Personal getestet. Eineinhalb Wochen später verordnet dieselbe Behörde bei der positiven Testung eines Barkeepers in einer Apres Ski-Bar in Ischgl nur den Austausch des Personals und die Selbstdesinfektion der Räume.
• Das Ausreisemanagement am Freitag den 13.3. war gekennzeichnet durch absolutes Chaos und einer Missachtung der Verordnung zur Quarantäne des Paznauntales. Vorweg gewarnt, haben Hoteliers sich ihrer Saisoniers brutal entledigt und diese zur Heimreise vor der Quarantäne aufgefordert. Auch österreichische Gäste wurden – entgegen der Verordnung – aus dem Tal ausreisen gelassen. So kommt es, dass die AGES 56 Prozent der österr. Infektionen auf Ischgl zurückführt. Die ausländischen Gäste wurden auf Europa verstreut ohne deren Daten wirksam zu sammeln und an die jeweils heimischen Gesundheitsbehörden weiterzuleiten.

Kolba verweist auf EU-Untersuchungen und US-Sammelklagen

Konsumentenschützer Kolba lässt nicht locker und verweist sowohl auf die Möglichkeiten von EU-Untersuchungen und sogar US-Sammelklagen, sollte „innerösterreichisch“ keine entsprechende Aufklärung stattfinden:

Entweder Österreich zeigt der Welt, dass wir diese Missstände rasch und effizient selber aufarbeiten, dann muss die WKStA die Ermittlungen übernehmen. Oder die Aufklärung findet im Ausland statt: Durch einen Untersuchungsausschuss im EU-Parlament oder auch durch Sammelklagen für US-Amerikaner in den USA.

Es gehe um Gerechtigkeit und um das Ansehen Österreichs als Tourismusland, so VSV-Obmann Kolba gegenüber den Medien.

Peter Kolba

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