Was die Schweinegrippe 2009 schon schaffte, gelang jetzt mit dem Coronavirus in noch größerem Stil: Staaten kaufen wie wild Impfstoffe – doch deren Wirksamkeit gegen Covid-19 ist nicht bekannt.

Foto: Michael Strobel / pixabay.com
Geld, Einfluss, Karrieren als Treiber hinter der „Sehnsucht nach der Pandemie“

Ganz ohne die EU-Formalismen haben die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande vertraglich 300 Millionen Corona-Impfdosen für die Europäische Union bestellt. Einen getesteten Impfstoff gibt es zwar nicht, aber Hauptsache, das Geschäft ist unter Dach und Fach und der Rubel rollt – vom Steuerzahler bezahlt.

Umstrittener Pharmakonzern

„AstraZeneca sei sich bewusst, dass der Impfstoff möglicherweise nicht funktioniert, hat sich jedoch trotz dieses Risikos verpflichtet, das klinische Programm sowie die Herstellung voranzutreiben“, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens anlässlich des Riesengeschäfts.

Der Vertragspartner, der Pharmakonzern AstraZeneca, ist kein Unbekannter in Europa. Das britisch-schwedische Unternehmen wurde nämlich 2010 wegen unfairer Geschäftspraktiken von der EU nach langen Rechtsstreitigkeiten zu einer Strafe von 52,5 Millionen Euro verurteilt.

WHO ändert für Schweinegrippe die Pandemie-Definition

Damals, im Jahr 2010, wurden ebenfalls Millionen Impfdosen mit Steuerzahlergeld gekauft, nämlich gegen die „Schweinegrippe“, dessen Vorläufervirus in Schweinen zirkulierte.

Sie breitete sich bei den Menschen im Frühjahr 2009, von Mexiko kommend, aus. Ihretwegen änderte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sogar ihre Pandemie-Definition: Das Kriterium, dass es sich dabei um eine Krankheit mit hoher Sterblichkeit handeln muss, wurde einfach gestrichen. Erst dadurch wurde aus der Schweinegrippe eine „Pandemie“.

Diese wurde schließlich bei rund 1,6 Millionen Menschen diagnostiziert, und es gab bis Sommer 2010 weltweit etwa 19.600 bestätigte Todesfälle – ein Bruchteil der Opfer einer „normalen“ saisonalen Grippewelle!

Deutschland kauft Ladenhüter

Damals kaufte die Bundesrepublik Deutschland Impfserum gegen die Schweinegrippe im Wert von 283 Millionen Euro. Weil sich aber nur rund sieben Prozent der Deutschen impfen ließen, wurden schätzungsweise 28 Millionen Impfdosen in den Sand gesetzt.

Polen beschloss damals, auf Impfungen zu verzichten; an der Schweingrippe starben 181 Polen, was 4,7 Menschen pro Million Einwohner entspricht. Im durchgeimpften Finnland lag die Todesrate aber fast doppelt so hoch, nämlich bei 8,1 pro Million Einwohner (in absoluten Zahlen 56 Tote). In Österreich ließen sich drei Prozent der Bevölkerung impfen, und es gab 40 Tote. Die Todesrate war gleich niedrig wie in Polen.

„Sehnsucht nach der Pandemie“

2009 veröffentlichte der Spiegel ein Interview mit dem Epidemiologen Tom Jefferson unter dem Titel „Sehnsucht nach der Pandemie“. Jefferson damals:

Ich finde es verrückt, welche Katastrophen uns Jahr für Jahr von den Grippeexperten vorausgesagt werden. Diese Prophezeiungen werden schlimmer und schlimmer. Dabei ist bislang keine davon jemals eingetroffen.

Geld, Einfluss, Karrieren als Treiber

Zu den Beweggründen für diese „Sehnsucht“ sagte der Wissenschaftler damals:

Da hängt viel Geld dran, Einfluss, Karrieren, ganze Institutionen! Alles, was es jetzt brauchte, um diese Maschinerie in Gang zu bringen, war ein kleines, mutiertes Virus. Wird ein Drittel der Weltbevölkerung die Schweinegrippe kriegen? Das weiß zurzeit niemand. Aber selbst wenn, sehe ich, zumindest derzeit, keinen prinzipiellen Unterschied zu einer normalen Grippewelle.

Was das Schweinegrippen-Virus nicht schaffte, gelang gute zehn Jahre später mit dem Coronavirus. Politiker setzten eine Maschinerie in Gang, die ganze Volkswirtschaften an die Wand fuhr. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) trägt in Österreich die Verantwortung dafür.

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