Sebastian Kurz feiert gerne mit seinem Freund Martin Ho.

Foto: © leisure.at / Christian Jobst
Die neue Koks-Normalität

Der frühere FPÖ-Politiker Johann Gudenus soll Kokain konsumiert haben. Die Geschichte kommt über den ÖVP-nahen Kurier und ist einem Bericht der ÖVP-nahen „Soko Tape“ im Innenministerium entnommen, der dem Ibiza-Untersuchungsausschuss bisher nicht vorliegt.

Kommentar von Hans-Jörg Jenewein

Es ist also die ÖVP, davon kann man ausgehen, die hinter dieser Veröffentlichung steckt. Ablenkung war ja zu erwarten, weil nächste Woche die gesamte schwarze Hautevolee aus Kurz, Blümel, Löger, Rothensteiner und Schmid im U-Ausschuss aufsalutieren muss. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker hat es Dienstag Vormittag sogar prophezeit.

Apropos Schmid: Da war doch etwas! Gegen den Alleinvorstand der staatlichen Beteiligungs-Holding ÖBAG, die ein Milliardenvermögen verwaltet, steht ebenfalls der Verdacht des Drogenmissbrauchs im Raum. Darüber berichtete der Kurier nicht gerade federführend. In der Mittwoch-Ausgabe schaffte man es sogar, Schmid auf der Gudenus gewidmeten Doppelseite namentlich zu erwähnen, ohne dabei auf seine Drogen-Geschichte hinzuweisen.

Die Freunde des Kanzlers

Schmid ist einer der engsten Vertrauten des Bundeskanzlers, der auch einen gewissen Martin Ho zu seinem Freundeskreis zählt. In einem der Lokale des Szene-Gastronomen marschierte unlängst erst die Drogenfahndung ein und löste – noch dazu während der Corona-Sperre – eine Party auf. Ho will zu diesem, nicht allzu späten Zeitpunkt bereits geschlafen und von der Feier nichts gewusst haben.

Schwarze mediale Ablenkung war, wie gesagt, zu erwarten. Aber dass von der neuen ÖVP ausgerechnet eine Drogen-Geschichte aufgespielt wird, ist angesichts der „neuen Normalität“ im Umfeld des Kanzlers eine besondere Chuzpe.

Hans-Jörg Jenewein gehörte von 2010 bis 2019 abwechselnd dem Bundesrat und dem Nationalrat an. Er war Fraktionsführer der FPÖ im BVT-Untersuchungsausschuss und verantwortet im aktuellen Ibiza-U-Ausschuss die Medienarbeit der freiheitlichen Fraktion.

Sebastian Kurz und Martin Ho

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