Die konservative Priesterbruderschaft St. Pius X. erhebt warnend die Stimme vor bedenklichen Entwicklungen in der EU.

Foto: Andrew Gray / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Corona-Krise als Auslöser: Konservative Katholiken fürchten Weg in die Diktatur

Wer in den politisch korrekten Gefilden der westlichen Welt und gerade Mitteleuropas gehofft hatte, die Mitglieder und Anhänger der durch den legendären Erzbischof Marcel Lefebvre begründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. hätten ihren zeitgeistkritischen Kurs aufgegeben, wurde offensichtlich enttäuscht. Ein deutliches Beispiel bietet der Leitartikel (Editorial) des offiziellen Mitteilungsblattes des Distriktes Österreich vom Juni.

EU-kritische Haltung

Der Distriktobere Stefan Frey hat sich schon bei früheren Gelegenheiten kein Blatt vor den Mund genommen, etwa wenn er gegen hemmungslose Einwanderungspolitik und drohende Islamisierung Stellung bezog und zum Anlass des Relotius-Skandals vermeintliche Qualitätsmedien aufs Korn nahm. Jüngst thematisierte der wackere Theologe den offensichtlichen Versuch herrschender Kreise gerade auch in der EU, gegenwärtige Krisen wie die Corona-Krise für ihre sehr zweifelhaften Zwecke auszunutzen. So meinte er warnend:

Die bedenklichen Züge, die der EU eigen sind, treten schärfer hervor. Stimmt es nicht nachdenklich, wenn immer häufiger darauf hingewiesen wird, wie in der Politik und in den ihnen fast zur Gänze ergebenen Leitmedien ein Uniformismus herrscht, der jeden demokratischen Diskurs im Keim erstickt? Wenn „Abweichler“ – unter ihnen viele anerkannte und ausgewiesene Fachexperten – sofort als „Verschwörungstheoretiker“, „Pseudowissenschaftler“ gebrandmarkt oder mit anderen Todschlagargumenten erledigt werden, dann ist der Weg zur Diktatur vielleicht nicht mehr weit.

Blick über den Tag hinaus

Dabei regt Distriktoberer Frey dazu an, über den Tag hinaus und nach Möglichkeit unter die auf den ersten Blick hin sichtbare Oberfläche zu blicken. Habe schon der Namenspatron seiner Priesterbruderschaft, der heiliggesprochen Papst Pius X., bei seinem Amtsantritt im Jahre 1903 heftig vor negativen Trends in der Gesellschaft gewarnt, so ergäbe sich inzwischen ein ziemlich dramatisches Bild:

Tatsächlich beherrscht der Marxismus – die antichristliche Ideologie – in all seinen Schattierungen bis hin zum Genderismus immer mehr Bereiche von Gesellschaft und Politik und dringt auch immer bedrohlicher ins Innere der Kirche ein. Kein Wunder, wenn wache Beobachter sich Gedanken über die Ursachen, Wirkweisen und Drahtzieher der heute dominierenden politischen Agenda machen.

Ausstrahlung über Landesgrenzen hinweg

Dabei ist der Verfasser dieser deutlichen Worte jemand, der sicher besonders geeignet ist, über den Tag und einen etwaigen Tellerrand hinaus zu blicken. Wirkte Frey doch bereits in verschiedenen verantwortlichen Positionen des katholisch-traditionalistischen Lagers.

Dieses Wirken ging auch in die Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien ein. Der von ihm geleitete österreichische Distrikt der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist nicht nur im jetzigen österreichischen Staatsgebiet aktiv, sondern auch in Südtirol, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Kroatien. Das Engagement des Distrikts erstreckt sich inzwischen auch auf Rumänien und Serbien.

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