Israels Gesundheitsminister Yuli Edelstein plant zweiten Lockdown.

Foto: ראובן קופיצ'ינסקי / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Verkündet israelischer Gesundheitsminister bald zweiten Lockdown?

Wir erinnern uns an den März zurück: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellte den Österreichern Israel und dessen Krisenmanagement in der Corona-Krise als ein absolutes Vorbild für sein gesundheitspolitisches Handeln vor. Aktuell scheint das Krisenmanagement der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weg von einem Vorzeigeprojekt zu sein.

Denn Israels Gesundheitsminister Yuli Edelstein, ein Likud-Parteigänger Netanjahus, hält einen zweiten Lockdown in Israel für absolut realistisch. In den letzten beiden Wochen hätten sich 16.000 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Edelstein nannte die Zahl von 2.000 Neuinfektionen pro Tag als Grenzwert für ein neuerliches Herunterfahren von Gesellschafts- und Wirtschaftsleben. Dies würde einer Zahl von 150 positiven Befunden pro 100.000 Einwohnern und Tag entsprechen.

Entscheidung über neuen Lockdown in den nächsten Tagen

Edelstein kündigte an, dass die Entscheidung über einen neuen Lockdown in den nächsten Tagen fallen werde. Laut statistischen Auswertungen des „Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten“ (ECDC) hatten sich im ersten Halbjahr rund 40.000 Israelis mit dem Coronavirus infiziert. Aber nur 365 Juden sollen an den Folgen von Covid-19 verstorben sein bei einer Einwohnerzahl von fast neun Millionen. Das entspricht 0,004 Prozent der Bevölkerung.

Ein Problem stellen die Siedlungsgebiete der ultraorthodoxen Juden dar, da viele Mitglieder dieser Bevölkerungsschicht keinerlei Einschränkungen ihres religiös ausgerichteten Lebens akzeptieren wollen.

Prostete nehmen zu

Zwischenzeitlich haben vor allem die landesweiten Proteste der Bevölkerung gegen die Regierungsmaßnahmen zugenommen. Die Bürger protestieren gegen die unzureichenden Hilfsmaßnahmen der Regierung für die betroffenen Unternehmer und Arbeitnehmer im Land. Selbständige erhalten lediglich 7.500 Schekel Finanzhilfe für die Schließung ihrer Geschäfte, umgerechnet rund 2.000 Euro.

In der israelischen Verwaltung gärt es ebenfalls. So trat die Leiterin des Bereichs für öffentliche Sicherheit im Gesundheitsministerium, Sigal Sadetsky, aus Protest gegen die Gesundheitspolitik von Netanjahu von ihrem Amt zurück.

Yuli Edelstein

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