Die sudanesische Übergangsregierung unter Generalleutnant Abdel Fattah Abdelrahman Burhan stellt die Abkehr vom Islam nicht mehr unter Todesstrafe.

Foto: Russian Kremlin / Wikimedia (CC-BY-4.0)
Übergangsregierung schuf Todesstrafe für Abkehr vom Islam ab

Politische Beobachter des Sudans wagen es kaum zu glauben: Die dortige Übergangsregierung unter Übergangspräsident Generalleutnant Abdel Fattah Abdelrahman Burhan hat jetzt den sogenannten „Apostasie-Paragraphen“ aus dem Strafgesetzbuch gestrichen.

Nach der seit 1991 im Strafrecht verankerten „Apostasie-Paragraphen“ wurde eine Abkehr vom Islam, d.h. etwa ein Religionswechsel zum Christentum, ausdrücklich mit dem Tode bestraft. Begrüßt wird dieser Reformschritt durch die Vertreter der Gesellschaft bedrohter Völker, die darin einen wichtigen Schritt zur Gleichbehandlung der Religionen im Sudan sehen.

Verbot weiblicher Genitalverstümmelung

Auch ein Verbot der weiblichen Genitalverstümmelungen soll durch den sogenannten „Übergangsrat“, der aktuellen Regierung beschlossen worden sein. Dazu kommt eine Abschaffung der öffentlichen Auspeitschungen und ein Ende des Alkoholverbots für Nichtmuslime.

Radikale Moslems leisten gegen Reformen Widerstand

Offensichtlich soll ein Teil der unter dem gestürzten moslemischen Diktator Omar Hassan al Bashir strikt vollzogenen islamistischen Politik schrittweise zurückgenommen werden.

Als Reaktion auf die Reformen gaben sich islamische Prediger verärgert und riefen zum Sturz der Übergangsregierung auf, um „Allahs Gesetze zu verteidigen“. Der 2019 gestürzte Diktator Hassan al Bashir verfügt in den Reihen des Militärs aber auch der moslemischen Geistlichkeit immer noch über eine große Anzahl an Anhängern.

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