Der ehemalige KSK-Soldat Pröhl spricht Klartext über das Fehlverhalten von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und militärischen Verantwortlichen (Symbolbild).

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„Bodenlose Frechheit“: Ex-KSK-Soldat wirft Kramp-Karrenbauer Kriminalisierung vor

Nach neuen, vermeintlich „rechtsradikalen“ Vorfällen im Spezialkommando der Bundeswehr hatte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine „Bewährung“ für die gesamte Einheit ausgesprochen: Diese habe nun bis Oktober Zeit, ihre politisch korrekte Gesinnung zu zeigen. Der ehemalige KSK-Soldat Mario Pröhl, der auch schon in Osteuropa und Afghanistan im Einsatz war, wittert dahinter eine „Kriminalisierung“, wie er im Interview mit dem Focus sagte.

„Bewährung“ dürfe es nur für das „Fehlverhalten einer Einzelperson“, nicht aber für die mehr als 1.000 Angehörigen der KSK geben. Diese von Kramp-Karrenbauer ausgesprochene Bewährung sei eine „Kriminalisierung aller KSK-Leute, die nichts verbrochen haben“.

Ministerin schwächt Moral der Truppe

Alle im KSK würden von einer „bodenlosen Frechheit“ der Ministerin und ihrer Berater sprechen. Das Ultimatum der Noch-Parteivorsitzenden der CDU würde die Moral in der Truppe schwächen und die Soldaten verunsichern, so Pröhl. Dass die 2. Kompanie aufgelöst wurde, sieht der Ex-KSK-Kämpfer als Fehler: Es wäre sinnvoller gewesen, gegen die mutmaßlichen Vergehen von Soldaten der Einheit vorzugehen – für die dubiosen rechtsextremen Vorfälle und Straftaten würden allerdings weiterhin die Beweise fehlen.

KSK-Auflösung wäre fatal für Deutschland

Sollte die Ministerin tatsächlich Ernst machen und die Elite-Einheit der Bundeswehr auflösen, wäre das laut Pröhl „fatal“ – nicht nur für die Bundeswehr, sondern für ganz Deutschland. Das KSK sei eine weltweit respektierte und hochspezialisierte Einheit, die immer sehr erfolgreich mit anderen Streitkräften zusammengearbeitet hätte, weiß der 48-Jährige zu berichten. Eine endgültige Auflösung des KSK, das auch schon mehrfach schwere Gefahren für Deutschland im Ausland abgewehrt hätte, wäre das „absolut falsche Signal an potenzielle Gegner“.

Eine Auflösung des KSK wäre für mich das Schwächeeingeständnis unserer politischen und militärischen Führung.

Politiker sind charakterlos und haben Angst vor Positionierung

Bundeswehrführung und Politik wären zudem eine Gefahr für das Ansehen der Bundeswehr:

Jede Spezialeinheit dieser Welt hat Höhen und Tiefen erlebt, in Großbritannien, Frankreich oder in den USA. Aber dass die Bevölkerung und die Medien durch bestimmte Politiker und leider auch durch die Bundeswehrführung gegen das KSK dermaßen aufgewiegelt werden, das ist wohl einzigartig. In anderen demokratischen Ländern erfährt man Anerkennung und Respekt für den oft lebensgefährlichen Dienst – aber in Deutschland wirst du kurzum als Rechtsextremer abgestempelt.

Dass sich die Soldaten als „Dank“ für ihren lebensgefährlichen Dienst von Politik und Entscheidungsträgern in der Bundeswehr beschimpfen lassen müssen, offenbare die Charakterschwächen der Verantwortlichen in Militär und Politik: Diese sollten sich dafür in „Grund und Boden schämen“, sie seien „charakterlos“ und hätten „offenbar eine panische Angst vor deutlicher Positionierung“.

KSK-Kommandeur sollte abgelöst werden

Auch am Kommandeur des KSK, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, äußert Pröhl harte Kritik: Mit dem „Brandbrief“, der vor wenigen Wochen an alle Angehörigen des KSK erging und auch absichtlich an manche Medien weitergegeben worden sein soll, hätte es Kreitmayr, der das Kommando Spezialkräfte seit 2018 leitet, geschafft, die Diskussion in der Öffentlichkeit „weiter anzuheizen“.

Seine Soldaten hat er damit auf keinen Fall geschützt. Das ist ein fatales Verhalten für einen General. Er kann nicht durch die aktuelle Krise führen. Er sollte abgelöst werden.

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