Im Juni forderte der Südtiroler Schützenbund medienwirksam auf den Bergen, „ernsthaft über die Zukunft ohne Italien nachzudenken“.

Foto: Südtiroler Schützenbund
Nach 100 Jahren Pleiten, Pech und Pannen: Verabschiedung von Italien vorbereiten

Mit der medienwirksamen Aktion #verrücktnachsüden forderte der Südtiroler Schützenbund im Juni, „ernsthaft über einen Weg Südtirols ohne Italien nachzudenken“. Wenige Wochen später überreichte eine Ehrenformation des Südtiroler Schützenbundes 35 Pakete dem Südtiroler Landtagspräsident Josef Noggler.

Die Pakete enthalten Lösungsvorschläge für die Zukunft Südtirols und dienen den Landtagsabgeordneten als Arbeitsgrundlage für ihre politische Arbeit. Denn in Südtirol geht die Angst um, mit Italien unterzugehen.

Freiheit als höchstes Gut

Die Freiheit und die Selbstbestimmung seien das höchste Gut, und genau dafür lohne es sich zu kämpfen, sagte Landeskommandant Jürgen Wirth Anderlan in seiner Ansprache. Und er warnt vor der Zukunft in Italien:

Nach 100 Jahren Unrecht und nach 100 Jahren Pleiten, Pech und Pannen bei diesem für uns fremden Staat, ist wohl die Zeit gekommen, dass sich auch unsere Landespolitiker auf die Verabschiedung vorbereiten sollten. Denn wer an eine Auferstehung Italiens nach dieser Krise glaubt, der glaubt wohl auch daran, dass man Wasser schweißen kann.

Autonomie nur Zwischenlösung

Daher überreichten die Tiroler neben den politischen Problemlösungsvorschlägen auch ein Manifest, das in Deutsch, Italienisch und Ladinisch verfasst worden ist. Darin heißt es:

Wenn Südtirol heute ein blühendes Land ist, so verdanken wir dies vor allem der Zähigkeit und dem Fleiß vieler Landsleute. Südtirols Geschichte ist eine Geschichte von Armut und Entbehrung, von harter Arbeit und unbeugsamen Willen, von fremder Unterdrückung und einheimischem Widerstand, es ist eine Geschichte, die uns Respekt und Achtung abverlangt. Das heutige Südtirol ist eine Erbschaft – von uns geerbt und geliehen. Aber nur auf Zeit, um es unseren Kindern weiterzugeben. Vererben wir unseren Kindern aber vor allem eines; eine sichere Zukunft in einem sicheren Land. Hohe Landespolitik, liebe Südtirolerinnen und Südtiroler, schreiben wir gemeinsam Geschichte und gehen wir gemeinsam diesen eingeschlagenen, diesen eigenen Weg bis zum Ende. Zu keinem Zeitpunkt kann dem Südtiroler Volk das Recht auf Selbstbestimmung vorenthalten werden. Südtirol hat den Verbleib bei Italien nie angestrebt. Die Autonomie ist eine Zwischenlösung. Das Selbstbestimmungsrecht aber ist und bleibt ein Grundrecht eines jeden Volkes. Wir fordern deshalb im Sinne der Unabhängigkeit und Freiheit den Südtiroler Landtag dazu auf, alles Notwendige in die Wege zu leiten.

Südtirol kann!

Den Tirolern geht es nicht darum, die „Politiker zu kritisieren, wohl aber steht es uns zu, die Zukunft unserer Heimat mitzugestalten.“ Und zwar in Österreich oder als autonomer Kleinstaat.

Arbeitsgespräche mit Nordtiroler Schützen

Das Manifest wird wohl auch Inhalt des kürzlich stattgefundenen Arbeitsgesprächs zwischen dem neu gewählten Landeskommandant in Nordtirol, Thomas Saurer, und seinem Amtskollegen aus Südtirol, Anderlan, gewesen sein. Beide betonten, dass eine gemeinsame Arbeit für die Heimat Tirol im Zentrum ihrer Bemühunen stehe. Die Tiroler aus dem Süden gaben mit dem Manifest ihren nordtiroler Brüdern und Schwestern jedenfalls einen konkreten Auftrag mit.

Südtirol_Schützenbund

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