Viele Wirtschaftswissenschafter erwarten einen dramatischen Anstieg bei den Insolvenzen.

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Kreditversicherung Acredia prognostiziert weltweite Insolvenzwelle

Keine guten Nachrichten für die Weltwirtschaft hat der Kreditversicherer Acredia bei seiner Analyse der Auswirkungen der Corona-Maßnahmen. Aktuell verhandelt die Kreditversicherungsbranche mit der österreichischen Bundesregierung über einen „Schutzschirm“ für aushaftende Kredite von Unternehmen, die durch Versicherungen unterlegt sind.

Acredia-Vorstand Ludwig Mertes diagnostiziert eine „tickende Zeitbombe“ bei seinen Analysen. So würden die Insolvenzen weltweit in Folge der Coronavirus-Maßnahmen um 35 Prozent steigen. In den USA soll es sogar ein Plus von 57 Prozent der Insolvenzen bis 2021 geben.

Insolvenzen in den Schlüsselbranchen

In der Bundesrepublik Deutschland wird es vor allem in den Schlüsselbranchen der Wirtschaft zu Großinsolvenzen kommen, in Österreich, wo es aktuell ein Minus von 25 Prozent an Insolvenzanträgen gibt, wird die Kurve gegenüber 2019 noch im heurigen Jahr nach oben gehen.

Der Vorstand des Kreditversicherungsunternehmen Acredia, das zu 51 Prozent im Eigentum der Österreichischen Kontrollbank und zu 49 Prozent im Eigentum der bundesdeutschen Euler Hermes AG steht, in seinem aktuellen Lagebericht 2020/2021:

Das ist nicht nur ein Warnruf – diese Zeitbombe tickt laut und deutlich! Spätestens im dritten Quartal des Jahres wird diese Zeitbombe hochgehen und die Schockwellen dürften sich ins gesamte erste Halbjahr 2021 und darüber hinaus ausbreiten. Vergleicht man die Prognosen von 2021 mit den Fallzahlen von 2019, ergibt dies in den beiden Jahren einen kumulierten Zuwachs der globalen Pleiten um mehr als ein Drittel (+35 Prozent) auf einen neuen Negativrekord.

20 Prozent Insolvenzanstieg für Österreich prognostiziert

Für Österreich erwarten die Acredia-Experten bis zum Wirtschaftsjahr 2021 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 20 Prozent gegenüber 2019. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 gab es ein Plus von zwei Prozent gegenüber 2018. Im Jahr 2009, als Reaktion auf die damals weltweite Finanzkrise, waren es 9,3 Prozent.

Für den Wirtschaftsstandort ist laut Arcredia-Expertise vor allem die weitere Entwicklung des Handelspartners Nummer eins, die Bundesrepublik Deutschland, von zentraler Bedeutung. Und hier kommt es vor allem auf die Exportmärkte an, die die Volkswirtschaft und damit auch die Insolvenzentwicklung bestimmen.

Internationale Negativrekorde bei Insolvenzen

International sieht die Prognose in Folge der Corona-Maßnahmen ebenfalls durchwachsen aus. Die USA führen aktuell das Negativranking der Länder mit einem Plus von 47 Prozent beim Anstieg der Insolvenzen 2020 an. Es folgen Brasilien mit plus 32 Prozent im Jahr 2020 und China mit plus 21 Prozent.

Innerhalb der Europäischen Union steht Portugal mit plus 30 Prozent an der Spitze, es folgen die Niederlande mit plus 29 Prozent, Spanien mit plus 20 Prozent und Italien, noch nach Österreich, mit plus 18 Prozent.

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