Umarow-Mord: Tschetschenische Verwandte bekennen sich gegenüber dem tschetschenischen Machthaber Kadyrow zum Mord am oppositionellen Aktivisten in einer Videobotschaft.

Foto: Government.ru / Wikimedia (CC-BY-4.0)
Verwandte bekennen sich in Video-Botschaft zu Umarow-Mord

Eine neue Wendung erhält der Mord am Exil-Tschetschenen Mamichan Umarow in Gerasdorf bei Wien Anfang Juli 2020. In einem Video bekennen Verwandte des Tschetschenen ihre Verantwortung an der Tötung von Umarow. Gleichzeitig distanzieren sie sich von Umarows Aktivitäten im Exil gegen das Regime des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow. Unter den Bekennern sollen auch ein Bruder und ein Onkel des Mordopfers aus Wien sein.

In der dreiminütigen Videobotschaft bezeichnen sie ihren ermordeten Verwandten Umarow als „Hund“ aus der eigenen Familie und den vergeblichen Versuchen, seine Aktivitäten gegen die Heimat aufzuhalten. Damit spielen sie Kadyrow, an den sich das Video ebenfalls wendet, in die Hände, der im Zusammenhang mit der Bluttat auf ausländische Geheimdienste verweist.

Aktivist „Ansor“ aus Wien war Feindbild Tschetscheniens

Der getötete Mamichan Umarow war als politischer Blogger „Ansor“ eines der Feindbilder in seiner tschetschenischen Heimat und dem dortigen Regime unter Kadyrow. Dass Verwandte aus der tschetschenischen Heimat sich in solchen „Bekenner-Videos“ vor dem Regime bekennen und sich von Angehörigen in Opposition distanzieren, hat Tradition.

Während sich die Verwandten in der Heimat gegen den vom Regime abgefallenen „Ansor“ stellen, beklagt die Schwester Umarows das mangelnde Vorgehen des österreichischen Verfassungsschutzes gegen tschetschenische Agenten.

Ramsan Kadyrow

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