Gesundheitsminister Anschober hat keine tatsächliche Kenntnis über die Situation der Krebspatienten im österreichischen Gesundheitssystem nach Covid-19.

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Covid-19-Krebspatientenversorgung: Anschober bleibt klare Antworten schuldig

Die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak betreffend der Situation von Krebspatienten in Zeiten der Coronavirus-Pandemie im österreichischen Gesundheitssystem lässt mehr Fragen offen, als sie beantwortet. Der zuständige Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) rechtfertigt neuerlich das komplette Herunterfahren des österreichischen Gesundheitssystems zu Lasten der Patienten mit den „italienischen Verhältnissen“. Allerdings lässt sich das italienische Gesundheitssystem kaum mit dem österreichischen vergleichen.

Anschober im Orginalwortlaut in seiner Anfragebeantwortung an die FPÖ:

Das Gesundheitsministerium hat sich in dem Bereich des Gesundheitssystems für umfassende Strukturmaßnahmen mit dem Erhalt ausreichender Kapazitäten eingesetzt.
Diese Gesamtstrategie ist auch auf Basis der Erfahrungen der völligen Überlastung der norditalienischen Spitaler ab März entstanden. Ziel war es, eine Verknappung der Ressourcen zu vermeiden, um sicherzustellen, dass jede Patientin und jeder Patient mit akutem medizinischem Bedarf auch eine gesicherte Betreuung und Behandlung erhalten. Aus diesem Grund war es völlig richtig, nicht akute medizinische Behandlungen zu verschieben.

Anschober gibt Grenzüberschreitungen in Einzelfällen zu

Immerhin lässt sich der grüne Gesundheitsminister dazu herab, Grenzüberschreitungen in Einzelfällen bei der mangelnden Versorgung von Patienten zuzugeben, und verweist dabei auf die Erhebungen der Patientenanwaltschaft. In diesem Zusammenhang würde selbstverständlich den Vorwürfen nachgegangen werden. Dies sei Teil der Evaluierungsarbeit, es würden aber über kontrollierbare Details noch keine vollständigen Informationen vorliegen.

So würden etwa Kontrolltermine bei Patienten dem Bereich der Krankenanstalten und den niedergelassenen Ärzten obliegen. Dazu würde es keine Meldeverpflichtungen an das Gesundheitsministerium geben. Daher würden derartige Detail-Daten dem Ressort nicht zur Verfügung stehen.

Untersuchungstermin-Verschiebungen im vertretbaren Bereich

Anschober, eigentlich kaum oder nicht über Details informiert, geht aber davon aus, dass Verschiebungen von Untersuchungsterminen zum allergrößten Teil nur im medizinisch vertretbaren Ausmaß geschehen sind, wie dies laut Bundesminister die Vorgabe war. Weiters geht der grüne Minister davon aus, dass medizinisch vordringliche Untersuchungen zum allergrößten Teil auch während der Covid-19-Pandemie umgehend durchgeführt werden bzw. worden sind.

Darüber hinaus verweist Anschober auf „Empfehlungen zur schrittweisen Wiederaufnahme von dzt. aufgrund der Covid-19 Pandemie eingestellten bzw. reduzierten elektiven Tätigkeiten in Krankenanstalten“ und „Empfehlungen zur schrittweisen Wiederaufnahme von dzt. aufgrund der Covid-19 Pandemie eingestellten bzw. reduzierten Tätigkeiten in nicht landesgesundheitsfondsfinanzierten Krankenanstalten einschließlich Rehabilitationseinrichtungen“, die zwischen seinem Ministerium und den Bundesländern vereinbart worden seien.

Keine Informationen zum Operationsmanagement bei Krebspatienten

Aber nicht nur bei Untersuchungstermin-Verschiebungen gibt sich Anschober unwissend bzw. nicht informiert. Auch beim Operationsmanagement verweist er auf die Krankenanstalten und Ärzte:

Die Vergabe von Operationsterminen obliegt im Bereich der Krankenanstalten den Krankenanstalten und im niedergelassenen Bereich den Ärztinnen und Ärzten. Meinem Ressort werden keine diesbezüglichen Informationen gemeldet und stehen daher nicht zur Verfügung. Ich gehe jedoch davon aus, dass seitens der Krankenanstalten bzw. auch seitens der Ärzteschaft die entsprechenden Maßnahmen ergriffen wurden, damit Operationen bei Krebspatientinnen und -patienten so rasch als medizinisch erforderlich durchgeführt wurden bzw. werden. Entsprechende Erhebungen sind im Gange.

Aber zumindest brav gegendert ist das Anschober-Larifari, wenn auch sonst nicht wirklich informativ. Wie viele Patienten durch die völlig überzogenen Corona-Maßnahmen in Österreich zu Schaden kamen, lässt sich vorerst nur erahnen. Einen kleinen Vorgeschmack gibt eine diesbezügliche Untersuchung aus der Steiermark – unzensuriert berichtete.

Rudolf Anschober

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