Die deutsche Wirtschaft leidet derzeit und Nord Stream 2 könnte helfen, günstige Energie ins Land zu bringen. Aber die USA sind dagegen.

Foto: C-M / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Ex-Bundeswehroffizier warnt vor US-Einmischung und hat eine Empfehlung für die Regierung

In der Diskussion um das russisch-deutsche Pipelineprojekt Nord Stream 2, das von der US-Regierung hartnäckig kritisiert wird, hat sich auf dem russischen Nachrichtenportal Sputnik jetzt ein ranghoher deutscher Ex-Offizier, Oberstleutnant a.D. Jochen Scholz, in einem Gastkommentar zu Wort gemeldet.

Rechtsordnung steht auf dem Spiel

Scholz, der bis zum Jahr 2000 Referent im Bundesverteidigungsministerium war, kritisiert das Vorgehen amerikanischer Behörden gegen die Ostseepipeline rundweg als „Erpressung“ und macht darauf aufmerksam, dass die unverhohlenen US-Einmischungsversuche strikt gegen internationales Recht verstoßen. Mehr noch:

Was hier auf dem Spiel steht, ist nichts anderes, als die mit der Charta der Vereinten Nationen nach 1945 geschaffene internationale Rechtsordnung immer mehr durch das Faustrecht zu ersetzen, eine Entwicklung, die seit dem Ende der Sowjetunion bereits einige Fahrt aufgenommen hat.

Scholz empfiehlt der Bundesregierung, sich im Rahmen der Vereinten Nationen gegen die US-Zumutungen zur Wehr zu setzen: „Damit wäre das Thema auf der Weltbühne und würde breiter wahrgenommen, während es derzeit im Wesentlichen lediglich in der amerikanischen und europäischen Öffentlichkeit debattiert wird.“ Seines Erachtens müsse Deutschland sich gegenüber den USA behaupten.

US-Einmischung hat politische Gründe

Der Ex-Oberstleutnant weist in diesem Zusammenhang – was in den BRD-Mainstream-Medien so gut wie nie thematisiert wird – darauf hin, dass die amerikanische Einmischung letztlich klare geopolitische Gründe hat. Wörtlich erklärte er:

Der entscheidende Grund für die Obstruktion der USA durch deren Machtelite, die unabhängig von der jeweiligen Präsidentschaft agiert, ist geopolitischer Natur. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland im Energiesektor ist zweifelsohne ein Baustein auf dem langen Weg zu einem eurasischen Wirtschaftsraum, der auch zwangsläufig eine neue Sicherheitsarchitektur nach sich zöge. Damit wäre der seit Jahrzehnten andauernde anglo-amerikanische Kampf um die ‚Weltinsel‘ vergeblich gewesen, deren Beherrschung nach Halford Mackinder die Voraussetzung für die Dominanz in der Welt ist. Andere Gründe, wie der Verkauf des US-amerikanischen Fracking-Gases in flüssiger Form in die EU, spielen demgegenüber eine untergeordnete Rolle und dienen Präsident Trump allenfalls als Wahlkampfthema.

Nord Stream 2

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