Weil im linken Hamburg Künstler abseits des Mainstreams unerwünscht sind, musste ein Auftritt der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart abgesagt werden.

Foto: troebinger / wikimedia.org (CC BY 2.0)
Angst vor linker Gewalt: Österreichische Kabarettistin Eckhart von Hamburger Literaturfestival ausgeladen

Die Kabarettistin Lisa Eckhart wird nach linken Drohungen nicht in Hamburg auftreten: Das „Harbour Front Literaturfestival“ hat die 27-Jährige Künstlerin aus Angst um die körperliche Unversehrtheit von Gästen und Eckhart selbst ausgeladen. Am 14. September hätte Eckhart im Rahmen des Literaturfestivals aus ihrem mit dem „Klaus-Michael-Kühne-Preis“ ausgezeichnetem Roman „Omama“ lesen sollen. Eckhart wird aus der linken Ecke immer wieder kritisiert – so wurde ihr schon mehrfach „Antisemitismus“ vorgeworfen, zuletzt sorgte ein Auftritt in der WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen“ für massiven Unmut bei den „politisch-korrekten“ Kritikern der Österreicherin.

Linke Gewalt bis hin zu Straßenschlachten erwartet

E-Mails, die dem Spiegel vorliegen, sollen belegen, dass der Auftritt der Kabarettistin aus Angst vor linksextremer Gewalt abgesagt werden musste: Demnach soll sich ein Mitarbeiter des „Nochtspeicher“, dem Veranstaltungsort des Festivals, im vergangenen Monat bei der Festivalleitung gemeldet haben – weil die „Sicherheit der Besucher und der Künstlerin“ nicht mehr gewährleistet werden könnten. Die Verantwortlichen des „Nochtspeicher“ machten kein Hehl daraus, dass bereits Drohungen vom „schwarzen Block“ eingegangen waren und die Veranstaltung durch gewalttätige Linksextremisten gefährdet wäre, würde Eckhart dort auftreten: In dem „bekanntlich höchst linken Viertel“ würde eine solche Veranstaltung ohnehin nicht geduldet werden, Schutzmaßnahmen durch die Polizei würden „die Situation sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen“:

Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind. Wir haben in den letzten Tagen bereits aus der Nachbarschaft gehört, dass sich der Protest schon formiert.

Auftritt nach Drohungen abgesagt

Bereits vor den Drohungen aus der linksextremen Ecke sollen sich zwei Autoren geweigert haben, gemeinsam mit der Österreicherin aufzutreten. Die Leitung des „Harbour Front Literaturfestival“ soll sich daraufhin an den Verlag und das Management der Künstlerin gewendet haben, um diese zu einer freiwilligen Absage zu bewegen. Nachdem sich sowohl Eckhart, als auch ihr Verlag nicht „freiwillig“ ausladen ließen, sei versucht wurden, ihr einen Solo-Auftritt im Programm des Festivals zu ermöglichen – nach den Einschüchterungsversuchen der Linksextremisten wurde jedoch auch darauf verzichtet und Eckharts Auftritt kurzerhand ganz abgesagt.

Dieter Nuhr entsetzt über linken Gesinnungsterror

Eckharts Kollege, der deutsche Kabarettist, Komiker und Autor Dieter Nuhr, zeigt sich in einem Facebook-Posting entsetzt über den linken Gesinnungsterror. Unter anderem schreibt er:

Das Auftrittsverbot ist eine klare Entscheidung gegen die künstlerische Freiheit. Die fadenscheinige Begründung Antisemitismus soll das Ganze moralisch untermauern. Aber Lisa Eckart ist keine Antisemitin. Sie ist nur nicht links genug. Der Vorwurf des Antisemitismus ist lediglich der perfide Versuch, eine politisch verdächtig eigenständig denkende Person zu diskreditieren.

Lisa Eckart wird vom Literaturfestival in Hamburg ausgeladen – wegen Sicherheitsbedenken, mit der Begründung es "könnte…

Gepostet von Dieter Nuhr am Mittwoch, 5. August 2020

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