Covid-19-Wirtschaftskrise: Ein massive Rüge erhalten ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel und seine Regierungskollegen wegen der wirkungslosen Förderung für Elektrofahrzeuge.

Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen
Automobilwirtschaft: Schwarz-grüne Förderungsmaßnahmen nur für E-Mobilität völlig wirkungslos

Harte Kritik übt die österreichische Automobilwirtschaft an der schwarz-grünen Bundesregierung. Während die Covid-19-Krise die heimischen Wirtschaftsunternehmen mit voller Wucht treffe, würden die Maßnahmen der Bundesregierung nicht greifen. Eine der am schwersten betroffenen Branchen sei die Automobilindustrie – Schlüsselindustrie der produzierenden Wirtschaft in Österreich. Dabei seien aber alle Markt verfügbaren sowie im Inland hergestellten Produkte von Investitionsprämie und degressiver AfA ausgeschlossen.

Der Obmann des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie, Karl-Heinz Rauscher gibt sich über das „Förderpaket“ erbost:

Gibt es für viele andere Wirtschaftszweige nun spezielle Konjunkturmaßnahmen, so wird die Automobilwirtschaft komplett außen vorgelassen. Denn die nun vorgelegte Investitionsprämie schließt konventionell betriebene Pkw und Lkw aus und erweist sich für die Automobilindustrie somit als nutzlos.

Schwarz-grüne Bundesregierung fördert nur Elektromobilität

So ist die laut Automobilwirtschaft vorliegende Förderung ausschließlich für Elektromobilität für die österreichischen Industriebetriebe nahezu nicht wertschöpfungs- und beschäftigungsrelevant. Es würden nämlich E-Fahrzeuge lediglich rund drei Prozent der jährlichen Produktionsleistung und rund 1.200 Arbeitsplätze in der Fahrzeugindustrie betreffen.

Deshalb sei die Unterstützung lediglich der E-Mobilität als Konjunkturmaßnahe völlig ungeeignet. Diese wirtschaftspolitische Kritik gelte auch für die im Konjunkturstärkungsgesetz verankerte Möglichkeit der degressiven AfA, die nur für Fahrzeuge gilt, welche einen Emissionswert Null ausweisen.

Stabiler Pkw-Markt würde Wirtschaftsmotor ankurbeln

Für die Verantwortungsträger in der österreichischen Automobilwirtschaft ist die Vorgangsweise der Bundesregierung unverständlich und ohne konjunkturpolitische Weitsicht. So würde ein stabiler Pkw-Markt den Wirtschaftsmotor in Österreich massiv ankurbeln. Immerhin umfasse die gesamte österreichische Automobilwirtschaft rund 315.000 Arbeitsplätze und eine Bruttowertschöpfung von 26 Milliarden Euro jährlich.

Eine Vielzahl an innovativen Unternehmen, unter anderem aus der starken österreichischen Zulieferindustrie, würde jährlich sogar einen Bruttoproduktionswert von 67 Milliarden Euro erwirtschaften.

Nutzfahrzeugimporteure ebenfalls von Förderungsmaßnahmen enttäuscht

Neben dem Pkw-Markt ist auch die Nutzfahrzeugbranche, insbesondere die Lkw-Importeure, von den Förderungsmaßnahmen enttäuscht. Die Definition der förderungswürdigen Produkte treffe lediglich auf einige wenige, elektrisch betriebene Lkw zu. So gut wie alle am Markt verfügbaren Lkw inklusive Erdgasfahrzeuge, die als besonders umweltfreundlich gelten, seien jedoch von der Förderung ausgeschlossen.

Damit sei von dieser Investitionsprämie für die Nutzfahrzeugbranche kein Impuls zu erwarten, da es keine marktreifen Produkte gibt, die als förderungswürdig eingestuft werden

Germot Blümel

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