COVID-19-Maßnahmen: Im ÖGK-eigenen Wiener Hanusch-Krankenhaus mussten insgesamt 1.990 medizinische Eingriffe ausgesetzt bzw. aufgeschoben werden.

Foto: Bwag / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Wiener Hanusch-Krankenhaus: Fast 2.000 Operationen seit März wegen „Lockdown“ aufgeschoben

Eine Anfragebeantwortung des Gesundheitsministeriums an FPÖ-Abgeordneten Christian Ragger gibt erstmals einen kleinen Detail-Einblick in die Verzögerung bzw. den Aufschub von Behandlungen in unserem Gesundheitswesen auf Grundlage der restriktiven „Lockdown“-Maßnahmen der schwarz-grünen Bundesregierung seit März. Der grüne Gesundheitsminister übermittelt eine Stellungnahme der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), die auch das Wiener Hanusch-Krankenhaus als eigene Einrichtung betreibt.

Dort mussten auf Grundlage der Covid-19-Maßnahmen insgesamt nicht weniger als 1.990 medizinische Eingriffe aufgeschoben werden. Dabei handelte es sich unter anderem um 1.000 „Katarakt-Operationen“(grauer Star), 280 diverse chirurgische Eingriffe, 280 orthopädische Operationen, je 150 gynäkologische bzw. Hals-Nasen-Ohren-Eingriffe und 130 urologische Operationen. Akut-Eingriffe seien aber zu jedem Zeitpunkt durchgeführt worden.

Keine Unterlagen zu gesundheitlichen Schäden

Zu entsprechenden gesundheitlichen Schäden aufgrund des Verschiebens oder Aussetzens medizinischer Behandlungen durch Covid-19-Maßnahmen verweist der Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen, dass ihm solche „im Zuständigkeitsbereich der Sozialversicherungsträger“ nicht bekannt seien.

Allgemein werden keine Unterlagen über alle öffentlichen und privaten Krankenanstalten hinweg über solche Schäden geführt. In eigenen Einrichtungen, hier wieder dem Hanusch-Krankenhaus Wien, würden dringende Fälle im Rahmen eines Notbetriebs unter Einhaltung von adäquaten Vorsichtsmaßnahmen versorgt werden.

„Gewohnter Normalzustand“ in weiter Ferne

Für die Gesundheitsbetriebe und Krankenanstalten sieht der zur Anfragebeantwortung herangezogene Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen einen „gewohnten Normalzustand“ noch in weiter Ferne:

Der „gewohnte Normalzustand“ im Sinne des Status vor Covid-19 wird wohl erst nach Ende der Pandemie bzw. nach Vorliegen einer Impfung oder einer entsprechenden antiviralen Medikation herrschen. Näheres kann zu dieser Frage aus heutiger Sicht nicht ausgeführt werden.

Hanusch-Krankenhaus: 25 Betten für Corona-Patienten

Das ÖGK-eigene Hanusch-Krankenhaus stellte 25 Betten für Covid-Patienten in einer Isolierstation zur Verfügung. Diese waren wechselnd von null bis hundert Prozent belegt. Die ebenfalls organisatorisch beim Dachverband der österreichischen Sozialversicherungen angesiedelte Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) übernahm demgegenüber verstärkt Unfallpatienten von anderen Krankenanstaltenträgern, um diese zu unterstützen.

Hanusch-Krankenhaus Wien

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