Echte Polizisten kontrollieren zwar Ausweise und kassieren fallweise Organmandate, würden aber nie zu jemandem nach Hause kommen und Geld oder Wertsachen mitnehmen.

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Falsche-Polizisten-Bande endlich ausgeforscht: Serben und Türken erbeuteten 4,5 Millionen!

Seit Jahren dominierten sie die Schlagzeilen und sorgten vielfach für Kopfschütteln und Empörung: Falsche Polizisten, die am Telefon meist ältere Menschen dermaßen verunsicherten, dass sie ihnen vielfach hohe Geldbeträge, Schmuck oder andere Wertsachen übergaben – im guten Glauben, ihre Pretiosen seien nun in Sicherheit. Tatsächlich waren sie aber einer abgefeimten Bande auf den Leim gegangen, die sich nach der Geldübergabe samt Beute in Luft auflösten. Doch damit scheint vorerst Schluss: Die Polizei konnte in zweijähriger, akribischer Ermittlungsarbeit eine serbische und eine türkische Familie ausforschen und großteils festnehmen.

Haupttäter lebt fröhlich in Türkei

Als Haupttäter gilt ein etwa 35-jähriger Türke, der allerdings in seiner Heimat – trotz aufrechtem europäischem Haftbefehl – nicht belangt werden kann. Seine Mutter und seine Schwester hingegen wurden am 30. Juni in Wien festgenommen, als sie wieder einmal zum Beute-Abholen erschienen. Auch die serbische Familie, die die Beute aus den Betrügereien gebunkert hatte, sitzt bereits hinter Gittern. Die Banden-Mitglieder sind zwischen 15 und 62 Jahre alt. Ein Mitläufer wurde in Wien bereits zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Der Hauptverdächtige soll in Wien Germanistik studiert haben (deshalb auch das gute Deutsch am Telefon) und sich mit Taxifahren durchgeschlagen haben. Dabei soll er jene Kontakte geknüpft haben, mit denen er schließlich das Betrüger-Netzwerk aufbaute.

Gutgläubige gaben ihre letzten Ersparnisse

Die Masche war denkbar simpel – funktionierte aber oft: Man suchte aus dem Telefonbuch Vornamen, die auf ältere Menschen schließen ließen, und rief dort an. Der vermeintliche Polizist erklärte dann etwa, man habe eine Liste bei Einbrechern gefunden, auf der auch ihr Name stehe. Daher sei es sicherer, die Wertgegenstände vorübergehend der Polizei auszuhändigen. Auch andere Schmähs wurden benutzt, etwa eine nahe Verwandte, die einen Unfall verursacht hätte und nun eine Kaution für den Schaden bezahlen müsse, damit sie nicht ins Gefängnis müsse. Ein „Polizei-Kollege“ fand sich bald danach bei den Opfern ein und holte die Beute ab.

200 gelungene Delikte – aber hohe Dunkelziffer

Den Tätern wurden bisher 200 gelungene und 500 versuchte Delikte in Wien und anderen Städten, auch im Ausland, nachgewiesen. Die Polizei geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus, weil sich viele genieren. Die Beute ging im Einzelfall bis 300.000 Euro. Zahlreiche Opfer verloren auf diese Art und Weise ihre gesamten Ersparnisse, die für Notfälle wie Altersheim, Operationen oder Unfälle dienen hätten sollen.

Polizei warnt: Wir nehmen kein Bargeld mit!

Die Ermittlungen laufen zwar noch – erst heute, Dienstag, in der Früh gab es wieder eine Hausdurchsuchung -, aber wie es aussieht, ist die Beute in den meisten Fällen verloren. Die Polizei weist die Bevölkerung einmal mehr darauf hin, dass ihre Beamten nie ins Haus kommen und Geld oder Wertsachen mitnehmen und auch niemanden auf die Bank begleitet, um Geld abzuheben.

Seit der Ausforschung der Bande ist übrigens kein derartiges Delikt mehr bekannt geworden… Quelle: LPD Wien

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