Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass die Corona-Berichterstattung von ARD und ZDF vor allem ideologisch motivierte Panikmache ist (Symbolbild).

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„Pandemie der Medien“: Studie kritisiert Corona-Propaganda von ARD und ZDF

Eine Studie der Universität Passau geht mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk hart ins Gericht: Nicht nur haben die zwangsfinanzierten Sender ARD und ZDF in der Corona-Krise keine kritische Berichterstattung betrieben, sondern folgten sogar der „ideologische(n) Marschrichtung der Politik“:

Wenn die Moderatoren die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen im Zusammenhang mit der Einschränkung der Grundrechte stellen, so sind diese Fragen jedoch im Prinzip als rhetorische Fragen zu verstehen, deren Beantwortung (von Politiker*innen einerseits und innerhalb redaktioneller Berichte andererseits) die ideologische Marschrichtung der Politik konsolidiert.

Zusammengekommen ist die Studie durch die Beobachtung von mehr als 90 Ausgaben der Sondersendungen ARD Extra und ZDF-Spezial von Mitte März bis Mitte Mai. Wie Tichys Einblick berichtet, konnte die Universität selbst die Studie nicht zur Verfügung stellen – zu finden ist die Arbeit lediglich auf der Wissenschaftsplattform Researchgate.

Sondersendungen: „Pandemie der Medien“

Die Macher der Studie kommen schon in der Einleitung zu einem vernichtenden Fazit:

Die Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus SARS-CoV-2 und der damit einhergehenden Erkrankung Covid-19 lässt sich auch als eine Geschichte einer Pandemie der Medien beschreiben. Genauso, wie sich das Virus global verbreitet hat, ist auch für die Medien schon rein quantitativ eine immense Verbreitung der Berichterstattung zum Coronavirus zu diagnostizieren.

Es sei nämlich „signifikant“, dass “ ab der zweiten Märzwoche 2020 bis in den Juni hinein die öffentlich-rechtlichen Programme ARD und ZDF nahezu täglich nach der Hauptnachrichtensendung am Abend eine Sondersendung («ARD Extra: Die Corona Lage» und «ZDF Spezial») zum Coronavirus ausstrahlen“. In 2019 wurden im gesamten Jahr im Vergleich zu den untersuchten Zeiträumen während der Corona-Pandemie gerade einmal ein Drittel der Sondersendungen von ARD Extra und ZDF Spezial ausgestrahlt.

Fragwürdige „Experten“ und Weltuntergangsszenarios

Den Fernsehmachern von ARD und ZDF werfen die Autoren vor, eine eigene „Bedeutungsebene“ aufzubauen:

Wir verstehen die Fernsehsondersendungen als abgeschlossene Modelle von Welt, die implizite Regeln, Werte und Ideologien aufweisen, die wir analytisch offenlegen wollen. Faktuale journalistische Texte verschieben gegenüber fiktionalen Texten zwar das Referenzverhältnis, indem sie für sich beanspruchen, auf keine fiktionale Welt zu verweisen, sondern in einem Repräsentationsverhältnis zu einer wie auch immer gearteten ‹Wirklichkeit›zu stehen. Gleichzeitig konstituieren sich auch journalistische Beiträge wie jeder Text mittels Operationen der Auswahl (paradigmatische Ebene) und Kombination (syntagmatische Ebene) von Elementen aus Zeichensystemen und konstruieren darüber eigenständige textuelle Bedeutungen.

Durch die unzähligen Sondersendungen innerhalb weniger Wochen würde die „Abweichung und Ausnahme“ der Pandemie zu einer „neuen Normalität“ werden. Zudem würden immer wieder dubiose Expertisen von sogenannten „Experten“ präsentiert werden, obwohl diese nicht namentlich genannt werden: „Auch in Interviews wird wiederholt auf anonym bleibende ‚Experten‘ verwiesen“. Die öffentlich-rechtlichen Sondersendungen würden ein „Zuwenig der staatlichen Interventionen“ kommunizieren und mit Kriegs- und Katastrophenszenarien „Bildwelten apokalyptischer Endzeiterzählungen“ schaffen.

Panikmache zur Rechtfertigung der Berichterstattung

Während der „Lockdown“ und der Ausnahmezustand zu dieser „neuen Realität“ wurden, legten die Sondersendungen den Fokus auf den „Hoffnungsschimmer“ der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19. Da die Lockerungen der politischen Maßnahmen mit einem Rückgang der Infektionszahlen verbunden waren, wurde die Panikstimmung zur Rechtfertigung des eigenen Formats und seiner Berichterstattung aufrechterhalten. ARD Extra und ZDF Spezial seien „zusätzlich dazu angetan, Panik in der Bevölkerung aufkommen zu lassen“.

Corona-Krise als „Vorabend-Soap“

Mit der Inszenierung einer „Identität“ des Virus seien die politischen Maßnahmen ebenso „natürlich“ und damit nicht mehr hinterfragbar geworden wie das Virus selbst. Dazu tragen auch die gezielten „Emotionalisierungsstrategien“ bei – besonders emotionale Berichte wären in einer Art des „seriellen Erzählens“ zu einer Art „Vorabend-Soaps“ verkommen, wobei die „Darsteller“ zu Helden stilisiert wurden:

Es werden Spruchbänder aus Krankenhäusern mit der Aufschrift „Wir bleiben für euch da“ in Szene gesetzt, womit die heldenhafte Aufopferungsbereitschaft der Akteure unterstrichen und ein ähnlich dichotomes Weltmodell konstruiert ist, wie in Bezug auf die Kriseninszenierung: ‚Helden’ (aktiv) vs. ‚Masse’ (passiv) verhalten sich hier wie ‚Regelsetzende’ (aktiv) vs. ‚Regelbefolgende’ (passiv) zueinander.

Die Ästhetik, „die üblicherweise für fiktionale Formate reserviert ist“, zeigt sich für die Wissenschaftler auch in einer Szene aus einem Krankenhaus in der Sendung ZDF Spezial vom 21. April: „Das hier ist kein Katastrophenfilm, sondern bittere Corona-Realität in Deutschland“, sagte die Off-Stimme – während in dem Beitrag „auch hier Anleihen bei einer Ikonografie der Dystopie“ gemacht wurde.

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