Rot-Grün will die Berliner Mohrenstraße möglichst schnell und ohne Mitbestimmung der Berliner umbenennen lassen. Wem das nutzen soll, ist unklar.

Foto: BrokenSphere / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)
Rot-Grün lässt Berliner Mohrenstraße „unverzüglich“ und ohne Bürgerbeteiligung umbenennen

Nachdem bereits die U-Bahn-Station Mohrenstraße durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wegen des angeblich rassistischen Begriffes „Mohr“ umbenannt werden sollte (unzensuriert berichtete), geht es jetzt auch der gleichnamigen Straße an den Kragen.

Wie die Berliner Morgenpost schreibt, soll die Mohrenstraße im Bezirk Berlin-Mitte bald „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“ – nach dem afrikanischen Philosophen aus Guinea – heißen. Das hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gestern, Donnerstag, beschlossen. Durchgesetzt hatten die Namensänderungen die Abgeordneten von Grünen und SPD. Diese hatten das zuständige Bezirksamt vorher aufgefordert, den „Prozess zur Umbenennung unverzüglich einzuleiten“.

Bürgerbeteiligung bei Rot-Grün unerwünscht

Eine demokratische Mitbestimmung der Berliner soll es dabei nicht geben: Eine Bürgerbeteiligung ist unerwünscht, die Anwohner der jetzigen Mohrenstraße sollen nur über die Namensänderung informiert werden. Scharfe Kritik an dem undemokratischen Verhalten der Bezirksvertreter kam von AfD und CDU: „Offenbar scheut man das nahende Wahljahr und den Unmut der Anwohnerinnen und Anwohner in Mitte“, hieß es in einer Mitteilung der CDU-Fraktion Berlin-Mitte. Deren Vorsitzender sagte, dass Rot-Grün mit dieser „Hauruck-Aktion“ wieder einmal gezeigt habe, „dass Bürgerbeteiligung für sie nur dann von Gewicht ist, wenn das Ergebnis passt“.

Immerhin müssen alle, die dort leben, auf all ihren Dokumenten, Visitenkarten und bei der Post nun ihre neue Adresse eintragen, das Gleiche gilt für Ämter und Behörden. Ein völlig unnützer administrativer und finanzieller Aufwand ohne praktischen Nutzen für irgendwen, schon gar nicht für Schwarze.

Scharfe Kritik an Umbenennungs-Wahn

Die AfD wollte die Mohrenstraße im Berliner Stadtzentrum behalten und lehnte einen Umbenennung kategorisch ab, wie der AfD-Abgeordnete Martin Trefzer betonte: Wer den Straßennamen ändern wolle, würde sich an der „kulturellen Identität“ der Stadt versündigen. CDU-Mann Oliver Friederici ließ verkunden, dass seine Partei von der „Umbenenneritis gar nichts halten“ würde.

Die rot-grünen Stadtpolitiker stehen sich derweil bei ihrer politisch korrekten Säuberungswelle auch gern einmal selbst im Weg: Nachdem die BVG im Juli entschieden hatte, die U-Bahn-Station Mohrenstraße nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka zu benennen, kamen schnell Stimmen auf, die dem 1857 verstorbenen Glinka „Antisemitismus“ vorwarfen – daraufhin pfiff der Senat der Bundeshauptstadt die Verkehrsbetriebe zurück und verzichtete auf eine Umbenennung der Station in „Glinkastraße“.

 

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