Vier „Sea-Watch“ Schiffe wurden bisher von Organisationen wie der Evangelischen Kirche finanziert, um Migranten nach Europa zu schippern (Bild: „Sea-Watch 2“).

Foto: Fabian Melber, Sea-Watch.org / wikimedia.org / (CC BY-SA 4.0)
Nach Abweisung in Malta: „Sea Watch 4“ sucht mit 200 Migranten europäischen Hafen

Malta hat dem unter deutscher Flagge fahrenden „Flüchtlings“-Hilfsschiff „Sea-Watch 4“ eine Absage zum Einlaufen in einen Hafen erteilt. Die Besatzung des unter anderem von der Evangelischen Kirche Deutschlands mitfinanzierten Schiffs hatte Anfang der Woche rund 200 Migranten im Mittelmeer aufgenommen und Italien und Malta gebeten, sie in dortigen Häfen an Land bringen zu dürfen.

Bisher keine Reaktion der Italiener

Wie die Trägerorganisation „Sea-Watch“ weiter mitteilte, hätten italienische Behörden auf die Anfrage bisher nicht reagiert. Neben „Sea-Watch“ wird das Schiff von „Ärzte ohne Grenzen“ und „United4Rescue“ betrieben. Unter dem Bündnis haben sich rund 550 Partner versammelt. Laut Angaben von dw.com hatte zudem ein dänischer Tanker 27 Personen aufgenommen, auch diese seien bisher nicht von staatlichen Behörden übernommen worden. „Diese Farce muss ein Ende haben“, kritisierte die Organisation. Ein Ende hätte sie gewiss, wenn die von linken NGOs betriebenen Schlepperschiffe ihre Gäste wieder ins Ursprungsland zurückbringen würden, anstatt sie geradezu zwanghaft nach Europa schaffen zu wollen.

Gestern, Donnerstag, hatte „Sea-Watch“ zudem bekanntgegeben, dass der anonyme britische Streetart-Künstler Banksy den Flüchtlingshelfern ein weiteres Schiff finanziert habe. Medienberichte bestätigen dies. „Ein Schiff gesponsert und bemalt von Banksy, eine erfahrene Such- und Rettungsmannschaft aus ganz Europa – die MV Louise Michel sicherte bereits zwei Einsätze der Sea-Watch 4 und hat jetzt selbst 89 Menschen gerettet. Wir sind begeistert über die rosa Verstärkung“, teilte Sea-Watch auf Twitter mit.

„Seenotrettung“ ist „antifaschistischer Kampf“

Den Medien zufolge ging die Beteiligung Banksys auf eine E-Mail zurück, die der Künstler im September 2019 an die deutsche „Sea-Watch“-Kapitänin Pia Klemp geschickt hatte. Demnach schrieb Banksy darin, er habe eine Geschichte über sie in der Zeitung gelesen:

Du klingst, als ob Du ein harter Typ bist. Ich bin ein Künstler aus dem Vereinigten Königreich und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht, offensichtlich kann ich das Geld nicht behalten. Könnten Sie es benutzen, um ein neues Schiff oder etwas Anderes zu kaufen? Lassen Sie es mich bitte wissen. Gut gemacht. Banksy.

Klemp sagte dem Blatt, sie habe das Schreiben zunächst für einen Scherz gehalten. Sie glaube mittlerweile jedoch, Banksy habe sie wegen ihrer politischen Einstellung ausgesucht. „Ich sehe die Seenotrettung nicht als eine humanitäre Aktion, sondern als Teil eines antifaschistischen Kampfes.“

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