Polizisten der regimetreuen Spezialeinheit Fuerzas de Acciones Especiales (FAES) stehen unter Mordverdacht.

Foto: Catia TVe / Wikimedia (CC-BY-3.0)
FAES-Polizisten sollen zwei Chavinisten ermordet haben

Neuen Wirbel gibt es um mutmaßliche Verbrechen durch Angehörige der Fuerzas de Acciones Especiales (FAES). Die FAES als Spezialeinheit der bolivarischen Nationalpolizei in Venezuela steht schon seit Jahren in der massiven Kritik der Opposition aber auch von Menschenrechtsorganisationen. Jetzt werden acht Polizisten der FAES bezichtigt, zwei Mitarbeiter eines kommunalen Fernsehsenders in Cabimas im venezulanischen Bundesstaat Zulia ermordet zu haben.

Laut Mitteilung des venezulanischen Generalstaatsanwalts Tarek William Saab sind zwei Polizisten und zwei ihrer Vorgesetzten wegen des Tötungsdelikts an den Fernsehmitarbeitern in Haft. Vier weitere Angehöriger der Spezialeinheit, die ebenfalls an der Tat beteiligt waren, sollen untergetaucht sein.

Bei Polizeirazzia gegen Sender Guacamaya TV erschossen

Die beiden Medienmitarbeiter Andrés Eloy Nieves Zacarias (33) und Víctor Manuel Torres Guerra (29) wurden am 21. August 2020 bei einer Polizeirazzia der FAES im Sender Guacamaya TV erschossen worden sein. Generalstaatsanwalt Saab äußerte öffentlich seine Entrüstung über den mutmaßlichen Polizeiübergriff mit Todesfolge.

Laut den Ermittlungen der venezulanischen Justiz sollen die FAES-Polizisten den bewaffneten Zwischenfall als bewaffnete Konfrontation dargestellt haben. Bisherige Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft deuten aber auf eine regelrechte Hinrichtung hinaus.

Getötete Medienmitarbeiter sollen Chavinisten gewesen sein

Doppelt peinlich für das marxistische Regime in Venezuela ist, dass die getöteten Medienmitarbeiter eigentlich Chavinisten gewesen sein sollen. Damit hätten die Polizisten der FAES sogar Anhänger und Parteigänger der Staatspartei PSUV bei ihrer Razzia im Sender Guacamaya TV. In den letzten Jahren ist immer wieder von einer hohen Opferzahl unter Regimegegner und Zivilisten durch Einsätze der FAES medial die Rede.

Während in der Vergangenheit Staatspräsident Nicolas Maduro und seine Regierung die bolivarische Nationalpolizei und ihre Spezialeinheit FAES in Schutz vor Kritik genommen haben, möchte Innenminister Nestor Reverol diesen Fall jetzt gemeinsam mit der Justiz aufklären. So lauten zumindest die medialen Reaktionen auf diese Bluttat.  Rund drei Monate vor den Parlamentswahlen können Maduro und seine Parteifreunde einen solchen Fall ganz und gar nicht brauchen.

FAES

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