Hennig-Wellsow bewirbt sich für den Parteivorsitz der Linkspartei. Ihr Programm sieht mehr linke Radikalität in der Bundesregierung vor.

Foto: Quelle: Sandro Halank, Wikimedia Commons
Nicht links genug: Linke-Kandidatin fordert mehr linke Radikalität

Während Linksradikale Großstädte mit Terror und Gewalt überziehen, arbeitet die Linkspartei daran, sich neu zu formieren. Und dabei kommt so manches ans Licht, was zeigt, wes Geistes Kind diese Partei ist.

Radikale linke Einstellungen in Bundesregierung

So hat die Thüringer Linkspartei-Chefin Susanne Hennig-Wellsow sich dem Spiegel zufolge für ein Zusammenspiel „aus realistischen und radikalen linken Einstellungen“ in der Bundesregierung ausgesprochen. Sie plädiere für eine rot-rot-grüne Koalition, die „den Mut habe, Dinge zu verändern“. Sie habe in Thüringen selbst als „radikal“ gegolten und die Linkspartei dennoch in die Regierung geführt, sagte Hennig-Wellsow dem Spiegel.

Zuvor hatte sie bekanntgegeben, in einer Doppelspitze mit der hessischen Linke-Fraktionschefin Janine Wissler für den Bundesvorsitz ihrer Partei zu kandidieren. Ihr Ziel sei es, die Union in der Regierung abzulösen.

UNO-Blauhelmeinsätze ohne Kampfauftrag denkbar

Sie „habe darauf richtig Bock“ und in Thüringen bewiesen, dass sie in der Lage dazu sei, „Mut für einen Aufbruch zu machen“, betonte Hennig-Wellsow. Auch „klassische UNO-Blauhelmeinsätze ohne Kampfauftrag“ seien für sie denkbar. Wo und vor allem gegen wen sie sich diese vorstelle, sagte sie hingegen nicht.

CDU und Linke stünden zusammen gegen die AfD

Auch mit der CDU gebe es einen gemeinsamen Nenner, ohne den Politik in der jetzigen Gesellschaft nicht möglich sei. Dieser sei, sich nicht „von Faschisten wie der AfD abhängig machen“ zu lassen. Ansonsten gebe es aber Grenzen für eine Zusammenarbeit mit der Union.

Statt „Hygiene-Demo“ lieber „Marx 21“

Auf die Nachfrage hin, wie die Linkspartei zu „Verschwörungsideologien“ stehe, distanzierte sich die Thüringer Politikerin von der Position ihres Parteikollegen und Fraktionsvize im Bundestag, Andrej Hunko. Dieser hatte Mitte Mai eine Rede auf einer „Hygiene-Demo“ gehalten. „Wir sollten kein Verständnis für solche Demonstranten zeigen. Diese Proteste sind gefährlicher Irrsinn“, mahnte die Linkspartei-Politikerin.

Die Nähe ihrer Mitkandidatin Wissler zur linksradikalen trotzkistischen Organisation „Marx 21“ spiele für die gemeinsame Arbeit hingegen keine Rolle. „Ich habe keinen Grund, an ihr zu zweifeln. Wir sind miteinander im Reinen“, beteuert Hennig-Wellsow.

Susanne Hennig-Wellsow

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