Für viele Asylanten ist Spanien nur ein Durchgangsland bis zu ihrem eigentlichen Ziel: Deutschland. Aktuell landen täglich zig Afrikaner auf den Kanarischen Inseln.

Foto: H.-P. Balfanz / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Invasion illegaler Einwanderer auf den Kanaren – Bevölkerung protestiert vergebens

Wegen der Corona-Krise hört man weniger von der Asylkrise. Etwas, was dem politischen Establishment gewiss nicht missfällt. So bekommt in Mitteleuropa kaum jemand mit, was sich auf den Kanarischen Inseln abspielt.

Rückführungsabkommen zeigt scheinbar keine Wirkung

Täglich erreichen mehrere Boote die zu Spanien gehörenden Inseln im Atlantik. Das Rückführungsabkommen mit Marokko scheint offenbar kaum Wirkung auf die Einwanderer zu haben. Erst gestern, Sonntag, meldete Teneriffa heute:

Die Seenotrettung hat am Samstagmorgen zwei Boote südlich von Gran Canaria abgefangen und die Insaßen zum Hafen von Arguineguín gebracht. Dabei handelte es sich um 20 Männer aus der Subsahara und zwölf aus dem Maghreb. Nach Meldung des kanarischen Rettungsdienstes musste keiner von ihnen in ein Gesundheitszentrum überführt werden, sondern alle wurden der Polizei übergeben.

Auf der Plattform Kanarenmarkt wird berichtet, dass in den ersten acht Monaten des Jahres schon 3.933 illegale Einwanderer auf 136 Booten die Kanaren erreicht haben. Und der Ansturm geht weiter: Der September war erst vier Tage alt, da wurden schon wieder zehn dieser Boote abgefangen. Weitere vier Boote mit insgesamt 112 Insaßen, ebenfalls aus Ländern südlich der Sahara sowie aus Nordafrika, erreichten allein am 3. September Gran Canaria und Lanzarote.

Hotels als Auffanglager – trotz Corona

Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes stoßen bei der Unterbringung der Menschen an ihre Grenzen. Zur Zeit sind aber auch einige Hoteliers dazu bereit, ihre derzeit geschlossenen Objekte gegen Steuergeld für die „Flüchtlinge“ zur Verfügung zu stellen. Trotz Corona, weswegen die Hotels ja geschlossen wurden. 295 Migranten, die in den letzten Tagen auf Gran Canaria angekommen sind, wurden in Wohnungen auf der Insel untergebracht.

Ganz glatt läuft die Verteilung der ungebetenen Gäste nicht überall. Knapp Hundert der 696 Einwohner von Tunte (Gemeinde San Bartolomé de Tirajana) auf Gran Canaria haben in der Nacht zu Donnerstag gegen die Ankunft einer Gruppe Einwanderer protestiert. Die Demonstranten errichteten Barrikaden und skandierten Sprechchöre. Die Protestler hatten sich hauptsächlich über soziale Netzwerke und Messenger wie WhatsApp verabredet. Sie verteilten Müllcontainer, Recyclingbehälter für Papier und Glas sowie Äste und Zweige auf den Straßen, womit sie die Ankunft neuer Asylanten verhindern wollten.

Sorge wegen Corona bei den Neuankömmlingen

Der Bürgermeister von San Bartolomé de Tirajana, Samuel Henríquez, zeigt sich in Sorge, dass sich unter den Fremden positive Covid-19-Fälle befinden würden. Außerdem störte ihn die Tatsache, dass ihn die Regierung nicht über die Verlegung informiert hatte. „Über Nachbarn“ habe er von dem Transport erfahren.

Den Bürgern gelang es zwar, einige Reporter zu vertreiben. Letztlich setzte die Polizei aber doch die Räumung der Straßen und den Einzug der Afrikaner in die Unterkünfte durch. Deren bisherigen Bewohner sollen angeblich auf andere Orte Gran Canarias umverteilt werden. Vielleicht geht es aber doch gleich nach Spanien und damit auf das europäische Festland. Und dann womöglich weiter nach Deutschland.

Kanaren

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