Das Rote Kreuz gibt sich wohltätig. Doch hinter dem Blutsammeln stecken handfeste wirtschaftliche Interessen.

Foto: Andreas Faessler / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Das lukrative Geschäft mit dem Blut und die Seilschaften von Österreichs größter NGO

Zum Ende der Rechercheplattform Addendum wird sie ihrem guten Namen noch einmal gerecht: In einer aktuellen Reportage über das Rote Kreuz zeigt sie schonungslos die Machenschaften einer modernen Nichtregierungsorganisation (NGO) auf. Nachdem sich Österreichs größte NGO das Monopol auf Blutkonserven gesichert hat, greift sie jetzt scheinbar nach dem noch viel lukrativeren Geschäft mit dem Blutplasma.

Und dabei hat das Rote Kreuz gute Chancen. Immerhin sitzt Gerry Foitik, Co-Geschäftsführer beim Roten Kreuz, in der „Taskforce Corona“ im Gesundheitsministerium. Nicht nur zum Wohle der Österreicher, wie ein Faksimile bei Addendum nachweist. Denn im Rahmen der Corona-Krise erklärte das Rote Kreuz sein Interesse, Covid 19-Plasma an die Industrie zu liefern.

Eine Hand wäscht die andere

Das Rote Kreuz agiert dabei ausgesprochen geschickt. Seinerzeit spannte man die ÖVP ein, um die Konkurrenz auf dem Markt der Blutkonserven loszuwerden.

Immerhin schaffte es ein ehemaliger Rot-Kreuz-Mitarbeiter bis in den Machtzirkel der Regierung: VP-Klubobmann August Wöginger. Er sorgte für ein Gesetz, das privaten Unternehmen die Blutversorgung der Spitäler untersagte. „Das Gesetz wurde später zwar vom Europäischen Gerichtshof als EU-rechtswidrig aufgehoben, seinen Zweck, nämlich den Markteintritt eines privaten Anbieters zu verhindern, hatte es jedoch erfüllt“, wie Addendum festhält.

„Freiwillige und unentgeltliche“ Symbiose mit den Grünen

Das Rote Kreuz hat gerade im letzten halben Jahr seine Marktposition wie ein Großunternehmen erweitern und festigen können. So hat die schwarz-grüne Regierung einen 15-Millionen-Euro-Auftrag an die vermeintlich selbstlose NGO für die Corona-Krisenkommunikation vergeben. Laut ORF soll der grüne Stiftungsrat Martin Radjaby-Rasset die Fäden im Hintergrund gesponnen und die Kampagne für das Rote Kreuz orchestriert haben – ein alter Bekannter von Foitik.

Radjaby-Rasset, der unter anderem für die erfolgreiche Kampagne von Bundespräsident Alexander Van der Bellen verantwortlich zeichnete, betonte, er leite die „Schau auf dich, schau auf mich“-Kampagne im Auftrag des Roten Kreuzes „freiwillig und unentgeltlich“. Immerhin mag Foitik „keine Kommerzialisierung des Sozialen“, aber dafür scheinbar den Gewinn beim Geschäft mit dem Blut. Und beim Plasma sind jetzt offenbar die Grünen an der Reihe.

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