Die türkischen Grauen Wölfen durchstreifen längst schon Deutschland, wie hier auf einem Auto in München zu sehen ist. Doch auch in Parteien haben sie sich bereits festgesetzt.

Foto: H. Schlottmann / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Kurz vor der Wahl: CDU-Kandidat als Vertreter der türkischen Grauen Wölfe enttarnt

Nur wenige Tage vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen sieht sich die CDU in Duisburg vor ein Problem gestellt. Denn einer ihrer Kandidaten, der türkischstämmige Sevket Avci, steht im Verdacht, Kontakte zu den als rechtsextrem eingestuften türkischen Grauen Wölfen zu unterhalten.

Bescheidenes Medienecho

Doch seltsamerweise hielt sich das mediale Echo in diesem Fall in Grenzen. Zwar berichteten Portale wie Der Westen darüber, aber anscheinend ist der Fall nicht schlimm genug für einen bundesweiten Skandal. Überhaupt werden die Grauen Wölfe von den sonst so wackeren Kämpfern gegen rechts ziemlich mit Samthandschuhen angefasst.

Dabei ist das Thema nicht neu. Schon 2016 gab es in der CDU Streit darüber, inwieweit der lange Arm des türkischen Präsident Recep Erdogan auch in Deutschland wirke. Kritische Einwanderer aus dem CDU-Netzwerk „Union der Vielfalt“ erarbeiteten einen 132 Seiten starken Bericht, der den Einfluss türkisch-islamischer Lobby-Organisationen auch in der CDU dokumentieren sollte und Namen von Lokalpolitikern nannte. Auch Sevket Avci war darunter.

Fragwürdiges Foto im Internet

Interessant ist auch ein Foto, das im Internet kursiert. Es zeigt Avci vor einer Leinwand mit Zeichen der türkischen „Partei der Großen Einheit“ (Büyük Birlik Partisi, BBP). Diese gilt ebenfalls als „rechtsextrem“ und wird laut Verfassungsschutz als Teil der Grauen Wölfe beschrieben. Der verstorbene Parteigründer Muhsin Yazicioglu, der im Konterfei ebenfalls hinter Avci zu sehen ist, gilt in der Türkei gar als berüchtigter Neo-Faschist.

Avci selbst sieht den Fall entspannt. Er bestreitet eine Nähe zu den Grauen Wölfen und verweist auf seine langjährige Tätigkeit als Integrationsratsvorsitzender der Stadt Duisburg.

Nicht allein ein Duisburger Problem

Ein einziger Bericht in den Mainstream-Medien, der aber in der Masse an Informationen untergehen dürfte, zeigt, wie die Union von den Wölfen unterwandert wird. Darin warnt ein Türkeiexperte namens Burak Copur vor einer generellen Strategie der Grauen Wölfe auch in Deutschland:

Der Vordenker der ‚Grauen Wölfe‘ hat schon vor Jahren dazu aufgerufen, die politischen Parteien in Deutschland zu unterwandern. Und diesem Aufruf sind natürlich viele seiner Anhänger gefolgt bis heute. Mit dieser Unterwanderungsstrategie versucht die Bewegung, die Interessen der Türkei, der türkische Nation, auch in der deutschen Politik zu vertreten.

Kein Einzelfall

Berichte wie diesen findet man allerdings nur, wenn man danach sucht. An die große Glocke hängen die Medien das Thema jedenfalls nicht, könnte es doch der Partei schaden, die in den Aufsichtsräten vieler Medien sitzt.

Copur sieht den Fall in der Duisburger CDU nicht als Einzelfall: „Das Ganze hat System. Es gibt solche Fälle in anderen Parteien auch.“ Problematisch sei das Desinteresse der deutschen Parteien „an diesen extremistischen Tendenzen in der türkischen Community“, meint er.

Graue_Wölfe

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