Auch in Venedig wird in wenigen Tagen ein neues Landesparlament gewählt. Erwartet wird, dass die rechte Lega gewinnt.

Foto: Wolfgang Moroder / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)
Die Angst der linken Parteien vor dem Absturz bei den Regionalwahlen

Am nächsten Sonntag und Montag bis 13.00 Uhr wählen sieben italienische Regionen ihre Landesregierung neu. Das Augsttal (Aostatal) ist, wie Südtirol, eine Ausnahme und spielt als autonome Region mit Sonderstatut innenpolitisch keine Rolle; bleiben also sechs Regionen: Venetien, Ligurien, Marken, Toskana, Apulien und Kampanien. Zwei im Norden, zwei in Mittelitalien und zwei im Süden.

Bisher steht das Verhältnis der Regierungsmacht 4:2 für die linken Parteien. Sie können nur verlieren. Laut Umfragen geht es im besten Fall 3:3 aus, im schlimmsten Fall 1:5. Venetien und Ligurien sind fest in rechter Hand, und die Marken kommen wohl erstmals dazu. Kampanien mit Neapel soll in der Hand der Linken bleiben, was mit der schlechten Wahl des Kandidaten vom Mitte-rechts-Bündnis zu tun haben soll.

Kopf-an-Kopf-Rennen in zwei Regionen

Apulien und Toskana sind die beiden spannenden Regionen. Links und rechts liegen in den Umfragen in etwa gleichauf, in Apulien die Rechte einen Hauch vorne, umgekehrt in der Toskana, nach der Emilia-Romagna historisch die roteste Region Italiens. Die Lega wurde dort bei den EU-Wahlen – bisher undenkbar – stärkste Partei.

Der Verlust der Toskana wäre geradezu ein Gesichtsverlust für die Linke, weshalb ein Mobilisierungs-Effekt zugunsten der Linken, wie er in der Emilia-Romagna der Fall war, nicht auszuschließen ist. Allerdings hat es Mitte-rechts diesmal klüger angestellt als damals. Man packte die Sache leiser, bescheidener an.

Tendenz geht nach rechts

Die Lega verliert seit dem Hinauskomplimentieren ihres Innenministers Matteo Salvini aus der Regierungskoalition mit der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), während die rechten „Brüder Italiens“ (Fratelli d’Italia) zulegen. Das kann sich nach den Wahlen in Mittel- und Süditalien noch verstärken, denn in den jüngsten Umfragen für ganz Italien lagen die „Brüder“ zuletzt auf Platz drei und haben die Regierungspartei M5S überholt. Die „Brüder Italiens“ sind die Nach-Nachfolgepartei der einstigen Neofaschisten (MSI) bzw. Nachfolgepartei von Alleanza Nazionale.

Programmatisch sind die Unterschiede zwischen Lega und Brüder Italiens überschaubar. Die Lega ist immer noch stärkste Kraft, aber sie baut sich wieder mehr auf den Norden zurück.

Venedig

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